sportbar

Landespokal / Achtelfinale
Oberlosa steht im Viertelfinale
SV 04 Oberlosa - SV Koweg Görlitz   36:31

 
Die Handballer des SV 04 Oberlosa stehen im Viertelfinale des Landespokals. Nach einer couragierten Vorstellung bezwangen die Schützlinge von Trainer Jörg Grüner den Sachsenligisten SV Koweg Görlitz in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle mit 36:31.
Die Gäste aus Ostsachsen konnten in dieser Pokalpartie nicht in Bestbesetzung antreten. Mit Kuwano, Mrklass, Vogt und Rechner fehlten Trainer Carsten John vier Akteure. Auf Seiten der 04er fehlte lediglich Schlussmann Erik Petzoldt, für ihn stand Jan Leppert im Kader.

Von Beginn an entwickelte sich eine rassige Partie. Görlitz ging schnell mit 2:0 in Führung, Oberlosa glich wenig später aus. Nach sieben Minuten sorgte Robert Fickel mit dem 4:3 für die erste Oberlosaer Führung und ließ den Lärmpegel anschwellen. Doch dem SV Koweg war deutlich anzumerken, dass er nicht zum dritten Mal im Pokal an den Randplauenern scheitern wollte. Routinier Petr Masat zog geschickt die Fäden im Görlitzer Angriffsspiel. Erik Besser-Wilke und Fabrice Türkowsky brachten die Gäste wieder in Front, Marco Brendler und Radim Vanek bauten die Gästeführung auf 8:5 aus. Mike Anlauf konnte für die Schwarz-Gelben verkürzen, Christoph Märtner besorgte wenig später den Anschluss zum 7:8. Nach dem Treffer zum 7:9 schnürte Paul Richter einen Doppelpack und sorgte so für den erneuten Ausgleich zum 9:9. Jan Brabec brachte Oberlosa beim 10:9 wieder in Front, Marcus Peschke legte von der Strafwurflinie zum 11:9 nach. Nur wenige Minuten später führten die Hausherren beim 13:10 erstmals etwas deutlicher. Zwei Treffer von Danilo Krause bescherten den Gästen wiederum den Anschlusstreffer, Oberlosas Coach Jörg Grüner nahm daraufhin eine Auszeit. Der SV-Trainer forderte von seinem Team eine verbesserte Abwehrarbeit und wies an, weiterhin das Tempo hoch zu halten. Oberlosa konnte seine Führung behaupten, fünf Minuten vor der Pause stand es 14:12. Nach einem Foul von Jan Brabec an Fabrice Türkowsky zeigten die beiden Unparteiischen dem Tschechen im Oberlosaer Trikot glatt Rot. Die numerische Überzahl nutzten die Görlitzer perfekt und glichen zum 14:14 aus. Die Tempohatz hielt auch in den verbleibenden Minuten bis zur Pause an. Je drei Treffer auf jeder Seite ließen den 17:17-Pausenstand von der Anzeigetafel leuchten.

Nach dem Seitenwechsel hielten sich die 04er nicht lange bei der Vorrede auf. Routinier Tomas Martinek und Youngster Christoph Märtner brachten die Hausherren wieder mit 19:17 in Führung. Mit der Roten Karte gegen Brabec hatten sich die beiden Referees selbst einen Maßstab gesetzt. Sie zogen ihre Linie konsequent durch und eine Vielzahl an Zeitstrafen sorgte in der Folge für viel Platz auf der Spielfläche. Beide Teams kämpften verbissen um jedes Tor. Führte Oberlosa beim 22:19 noch mit drei Treffern Vorsprung, so glichen die Ostsachsen wenig später wieder zum 22:22 aus. Der bärenstarke Christoph Märtner netzte zur erneuten Oberlosaer Führung ein, Mike Anlauf legte nur wenige Sekunden später per Tempogegenstoss nach. Carsten Klaus im Tor der 04er hatte sich nun wesentlich besser auf die Wurfversuche der Gäste eingestellt. Auch dank seiner Paraden konnten die Schwarz-Gelben die zwei Tore Führung verteidigen. Toni Roth sorgte mit dem 28:25 dann wieder für eine etwas komfortablere Führung, Erik Besser-Wilke und Radim Vanek stellten allerdings nur wenig später den erneuten Anschluss her. Zwischenzeitlich hatten sich die Unparteiischen den Unmut beider Trainer zugezogen, sowohl Carsten John als auch Jörg Grüner sahen wegen ihrer lautstarken Proteste die Gelbe Karte.

Davon unbeeindruckt kämpften beide Teams weiterhin mit offenem Visier. Die Zuschauer in der proppevollen Kurt-Helbig-Halle hielt es kaum noch auf den Sitzen. Paul Richter und Tomas Martinek sorgten bei einem Gegentor durch Patrick Michel mit ihren Treffern für das 30:28 für die 04er. Die nächste Chance der Görlitzer machte Carsten Klaus mit toller Parade zunichte. Auf der Gegenseite blieb die Pfeife der Schiedsrichter bei einem Foulspiel stumm. Jörg Grüner protestierte erneut lautstark, eine Zeitstrafe für die Oberlosaer Bank war die Folge. Da bereits Toni Roth auf der Strafbank Platz genommen hatte, hieß es auf dem Spielfeld nun vier gegen sechs. Erneut parierte Klaus glänzend und das phantastische Publikum ließ die Wände wackeln. Im Gegenzug setzte sich Paul Richter mit seiner ganzen Dynamik durch und konnte nur auf Kosten eines Strafwurfs gestoppt werden. Christoph Märtner verwandelte sicher und baute den Abstand auf 31:28 aus. Görlitz konnte noch einmal verkürzen, Rico Englert und Tomas Martinek sorgten dann jedoch mit ihren Toren zum 33:29 für die Vorentscheidung. In den letzten Minuten ließ sich Oberlosa die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Im Gegenteil, Paul Richter und Christoph Märtner machten in den Schlussekunden per Kempa-Trick den 36:31-Endstand perfekt. Vom begeisterten Publikum enthusiastisch gefeiert, wahrten die 04er somit ihren Heimnimbus und zogen letztlich verdient ins Viertelfinale ein. Team und Verantwortliche hoffen natürlich auf etwas Losglück und erneut einen höherklassigen Kontrahenten in der Kurt-Helbig-Sporthalle.
 

 Trainerstimmen:
 
Carsten John (Görlitz): "Meinen Glückwunsch an Plauen-Oberlosa zum verdienten Erfolg. Ich kann meiner Mannschaft heute ein großes Kompliment machen. Wir haben im Rahmen der uns heute zur Verfügung stehenden Mittel hervorragend gekämpft. Mir haben vier Spieler gefehlt, das möchte ich allerdings nicht als Ausrede verstanden wissen. In den letzten sieben, acht Minuten hat sich das physisch stärkere Team durchgesetzt. Für mich ist es auch nicht die riesige Überraschung, dass wir heute hier verloren haben, man muss sich nur einmal das Potenzial von Plauen-Oberlosa anschauen. Mein Kompliment an den SV 04, was hier in den letzten Jahren entstanden ist, das kann sich sehen lassen.Es war ein Spiel in toller Atmosphäre, ich persönlich freue mich auf die kommende Saison, wenn wir uns dann sicherlich auch in den Punktspielen gegenüberstehen".
 
Jörg Grüner (Oberlosa): "Ich habe heute hier ein sehr kampfbetontes und intensives Spiel gesehen. Naturgemäss hat mir heute die zweite Hälfte besser gefallen. Im ersten Abschnitt war ich mit unserem Abwehrverhalten nicht zufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert und am Ende so denke ich, auch verdient gewonnen. Natürlich hoffen wir, dass es mit dem Aufstieg klappt, denn solche Spiele wie heute machen natürlich unheimlich viel Spass. Dennoch sollten wir aufpassen, dass wir an dem ganzen Honig der über uns ausgeschüttet wird, nicht ersticken. Es gilt weiterhin hart zu arbeiten, das erste Rückrundenspiel am 5. Januar beim LRC Mittelsachsen wird sicherlich äußerst schwierig. Ein großes Kompliment noch an unsere Fans, die uns heute wieder sensationell unterstützt haben".     
 

Oberlosa: Leppert, Klaus; Anlauf (4 Tore), Martinek (5), Peschke (4 / davon 3 Siebenmeter), Frost, Englert (2), Schneider, Fickel (4), Märtner (10/4), Wiesend, Roth (1), Richter (5), Brabec (1)
Görlitz: Purschke, Friebe; Scholze (1), Brendler (5), Türkowsky (6/3), Besser-Wilke (7), Michel (2), Krause (4), Masat (2), Vanek (4)   - - -   RM  



...zurück