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(09.10.10) Handball - Landespokal / Herren

Oberlosa schafft die Sensation
SV 04 Oberlosa - HSV Glauchau   25:24

Der SV 04 Oberlosa steht im Viertelfinale des Landespokals.

Die Gelb-Schwarzen bezwangen in einer an Spannung und Dramatik nicht zu überbietenden Partie den hohen Favoriten HSV Glauchau mit 25:24.

Von Beginn an entwickelte sich vor 440 Zuschauern in der prächtig gefüllten Kurt-Helbig-Sporthalle eine Partie auf Augenhöhe. Oberlosa ging schnell mit 3:0 in Führung, Glauchau glich ebenso schnell zum 3:3 aus.
Doch bereits in dieser Anfangsphase wurde deutlich, dass sich das bisher angriffsstärkste Team der Sachsenliga gegen die robuste und äußerst bewegliche Deckung der 04er sehr schwer tat. Bis zum 6:6 konnten die Randplauener stets einen Treffer vorlegen, dem HSV gelang ebenso stetig der Ausgleich. Michel Wiesend und Iven Wunderlich brachten mit ihren Treffern Oberlosa dann mit 8:6 in Führung. Nach einem Gegentreffer der Gäste erhöhten Andre Schneider und Marcus Peschke zum 10:7 für die Spitzenstädter. Der Favorit zeigte nun Nerven, Michel Jentzsch verwarf nach einem Konter und Rene Pechmann scheiterte mit einem Strafwurf am Pfosten. Die 04er nutzten die Gunst der Stunde und bauten den Vorsprung unter dem Jubel des phantastischen Publikums auf 13:9 aus. Ein Treffer auf jeder Seite ließ wenig später den Zwischenstand von 14:10 an der Anzeigetafel aufleuchten. In den verbleibenden Minuten bis zur Halbzeitpause zeigte der HSV seine ganze Klasse. Zwei Ballverluste der 04er münzten die Gäste in Treffer um und pirschten sich somit wieder näher heran. HSV-Keeper Enrico Fuchs entschärfte noch einen Wurf von Oberlosas Thomas Wagner und im Gegenzug entschieden die beiden Unparteiischen auf Strafwurf für die Gäste. Der mit allen Wassern gewaschene Vaclav Toman ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen und verwandelte zum 14:13-Pausenstand.

Die Leistung der 04er in der ersten Hälfte hatte beim Oberlosaer Anhang die Hoffnung auf eine Pokalsensation genährt und auch die Spieler selbst glaubten mit fortschreitender Spieldauer immer mehr an ihre Chance. Nach dem Wiederanpfiff konnten die 04er zunächst die Führung behaupten. Mit drei Treffern in Folge hielt Christoph Frost den HSV zunächst auf Distanz. Doch der HSV ließ nicht locker und wollte sich beim eine Klasse tiefer spielenden Kontrahenten nicht blamieren. Beim 18:18 gelang dem Favoriten dann der Ausgleich, Maximilian Krüger brachte die Gäste nun sogar mit 18:19 in Front. Wenig später stand Oberlosa nach Zeitstrafen gegen Thomas Wagner und Christoph Frost nur zu VIert auf der Platte. In Überzahl baute Glauchau seinen Vorsprung auf 22:19 aus. Wenig später traf Michel Jentzsch zum vermeintlich vorentscheidenden 23:19 für den HSV und Oberlosas Coach Jörg Grüner bat seine Männer zur Auszeit. Wohl niemand in der Halle glaubte zu diesem Zeitpunkt noch an einen Sieg der Gastgeber. Doch die 04er zeigten, welche Moral und welcher Charakter in dieser Truppe steckt. Marcus Peschke gab dann das Signal zur Aufholjagd und verkürzte zum 20:23 aus Oberlosaer Sicht. Torhüter Carsten Klaus, der bis dahin bereits eine starke Partie abgeliefert hatte, wuchs nun über sich hinaus und brachte die Werfer der Gäste zur Verzweiflung. Auf der Gegenseite tankte sich Robert Fickel durch die HSV-Abwehr und traf zum 21:23.
Kurz später hatte Carsten Klaus den Wurf von Willi Schubert schon fast pariert, mit Hilfe des Innenpfostens trudelte der Ball unter dem Aufstöhnen des Publikums ganz langsam zum 21:24 ins Netz.
Doch die 04er weigerten sich an diesem Abend ganz einfach zu verlieren. Iven Wunderlich traf zum 22:24, auf der Gegenseite scheiterte Markus Elschker an der Oberlosaer Deckung. Der stark aufspielende Marcus Peschke erzielte den 23:24-Anschlusstreffer unr riss das Publikum förmlich von den Sitzen. Wie eine Wand stand der Oberlosaer Anhang hinter seinem Team und verbreitete Gänsehaut-Atmosphäre. Als Keeper Klaus den nächsten Wurf der Glauchauer parierte und Andre Schneider unnachahmlich zum 24:24-Ausgleich einnetzte, bebte förmlich die Halle. Die Gäste waren nun erneut in Ballbesitz, doch die bärenstarke Oberlosaer Abwehr zwang den HSV ins Zeitspiel. Thomas Wagner konnte dann das gedachte Abspiel an den Kreis verhindern und sicherte das Spielgerät. Langsam lief die Uhr herunter und wohl fast jeder richtete sich bereits auf die Verlängerung ein. Ganze zwei Sekunden vor Schluss kam Andre Schneider in Linksaussenposition in Ballbesitz und traf praktisch mit dem Abpfiff zum nie mehr erwarteten 25:24 für die Gelb-Schwarzen. Vom tollen Publikum zu Recht bejubelt, feierten die Männer von Coach Jörg Grüner einen etwas glücklichen aber dennoch verdienten Erfolg.
 
Oberlosa: Leppert, Klaus; Wagner (1 Tor/ davon 1 Siebenmeter), Wunderlich (3), Steinhauser, Peschke (6), Frost (4/1), Georgi, Schneider (5), Fickel (3), Roth, Wiesend (3), Wander
 
Glauchau: Wolf, Fuchs; Schubert (3), Elschker (3), Krüger (5), Fröhlich, Toman (5/3), Pflug (2), Hofmann, Jentzsch (3), Pechmann (3)
 
Schiedsrichter: Buschbeck / Schierbok (Leipzig)
Siebenmeter: 5/2 verw.; 4/3
Zeitstrafen: 7x2min; 6x2
Rote Karte: Toman (Glauchau) 3x2min
Zuschauer: 440
RM    



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