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(23.10.) Verbandsliga / Herren

Oberlosa hadert mit Referees

LRC Mittelsachsen - SV 04 Oberlosa  28:27


Es bleibt dabei, die Männer des SV 04 Oberlosa können gegen den LRC Mittelsachsen nicht gewinnen. Diesmal unterlagen die Schützlinge von Coach Jörg Grüner in Oschatz denkbar knapp mit 27:28.

Den ersten Tiefschlag mussten die 04er bereits vor dem Anpfiff hinnehmen. Die Auslosung des Viertelfinales im Landespokal bescherte den Gelb-Schwarzen ein Auswärtsspiel beim Regionalligisten ESV Lok Pirna. Man sollte beim sächsischen Handballverband schon darüber nachdenken, das Heimspielrecht für unterklassige Vereine festzuschreiben, der sportliche Wert eines Auswärtsspiels eines Verbandsligisten beim drei Spielklassen höher angesiedelten Regionalligisten erscheint doch äußerst zweifelhaft.

Mit dem Anpfiff der Partie in Oschatz übernahmen die Gäste aus der Spitzenstadt das Kommando. Michel Wiesend und Thomas Wagner brachten die 04er 2:0 in Front, bis zum 4:2 konnte die Führung behauptet werden. Nur wenig später hatte der LRC zum 4:4 ausgeglichen, doch die Grüner-Sieben übernahm postwendend wieder die Führung. Bei zwei bis drei Toren pegelte sich der Abstand zugunsten der Vogtländer ein, beim 12:8 durch Wagner betrug der Vorsprung erstmals vier Treffer. Dennoch hatten die 04er in der Defensive große Probleme, die Anspiele auf LRC-Kreisläufer Martin Schreiber zu unterbinden. Oberlosa konnte trotz der Schwächen im Abwehrverhalten den Vorsprung bis zum 14:10 konstant halten. Die folgende Auszeit von LRC-Coach Matthias Bardo bekam den Gelb-Schwarzen dann überhaupt nicht, Oschatz glich kurz vor der Pause zum 15:15 aus. Dank eines verwandelten Strafwurfes von Thomas Wagner ging Oberlosa mit einer 16:15-Führung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel gelang den Mittelsachsen der Ausgleich zum 16:16, bis zum 18:18 konnte sich kein Team absetzen. Oberlosa fand dann den Spielfaden wieder, Torhüter Jan Leppert legte mit starken Paraden den Grundstein für die folgende 21:18-Führung der Gelb-Schwarzen nach vierzig Minuten. In einer bis dahin hart und intensiv, aber nie unfair geführten Begegnung, übernahmen nun die beiden Unparteiischen die Hauptrollen. Zunächst wurde Oberlosas Andre Schneider wegen Nachtretens vorzeitig zum Duschen geschickt. Diese Entscheidung war vertretbar, leider blieb aber das Revanchefoul seines Kontrahenten gänzlich ungeahndet. Was sich in den folgenden Minuten abspielte, hatte wohl keiner der Anwesenden schon einmal erlebt und wird sicherlich noch längere Zeit für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst wurde Michel Wiesend mit einer Zeitstrafe belegt, ihm folgte wenig später Toni Roth. Der Niveauansatz für diese beiden Strafen waren im Vergleich zu Fouls auf der anderen Seite schlicht ein Witz. Nun waren es nur noch drei Oberlosaer, denen sechs Oschatzer gegenüberstanden. Als Keeper Jan Leppert den folgenden freien Wurf glänzend parierte und seine Freude darüber herausschrie, wurde auch er wegen Unsportlichkeit auf die Strafbank geschickt. Nach dem Fehlen von Carsten Klaus und der Erkrankung von Erik Petzoldt, durfte nun Oberlosas vierter Torhüter Sebastian Schlossbauer zwischen die Pfosten. Iven Wunderlich und Richard Börner waren dazu auserkoren, die groteske Situation als letzte beiden verbliebenen Feldspieler gegen die dreifache Übermacht zu meistern. Der Gastgeber nahm die Einladung natürlich dankend an und ging mit vier Treffern in Folge nun seinerseits erstmals beim 22:21 in Führung. Die junge Gästemannschaft schaffte es in der Folgezeit nicht, sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren. Die routinierten Gastgeber setzten sich weiter auf 26:22 ab und schienen somit die Vorentscheidung erzwungen zu haben. 110 Sekunden vor Schluss feierte das lautstarke Oschatzer Publikum beim 28:24 für den LRC bereits den Sieg. Doch die 04er kämpften wie die Löwen gegen die drohende Niederlage. Marcus Peschke und Thomas Wagner trafen zum 28:26 und Trainer Grüner verordnete offene Manndeckung. Ein erneuter Ballgewinn der 04er wurde von Christoph Frost zum 28:27-Anschlusstreffer umgemünzt. 15 Sekunden vor dem Ende erkämpfte Richard Börner erneut die Kugel, startete zum Konter und wurde gefoult. Strafwurf für Oberlosa, Sekunden vor dem Abpfiff. Thomas Wagner übernahm die Verantwortung und knallte das Leder an den linken Pfosten, symptomathisch für dieses Spiel, der zurückspringende Ball gleitet dem Schützen durch die Hände. Schlussendlich unterliegen die 04er äußerst unglücklich mit 27:28, die abschließende Selbsteinschätzung der beiden Referees "nicht den besten Tag und eine wohl etwas zu schwankende Linie" innegehabt zu haben, klang den Gelb-Schwarzen wie Hohn in den Ohren.
Oberlosa: Leppert, Schlossbauer; Wagner (9 Tore/ davon 4 Siebenmeter), Wunderlich (2), Steinhauser, Peschke (5), Frost (3/1), Georgi, Schneider (2), Fickel (2), Roth (1), Wiesend (3), Börner, Wander   - - -   RM      


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