Handball – Oberliga / Männer

Saison-Rückblick – Saison 2017/2018

Handball 1. Männer MDOL

Mit einer intensiven Saisonvorbereitung unter dem neuen Trainerteam mit Chef Petr Hazl und Assistent Richard Wander sowie der Verpflichtung von Linksaußen Linus Roth startete der SV 04 Oberlosa in seine dritte Saison in der Mitteldeutschen Oberliga. Nach einem 9. Platz (2016) und einem 6. Platz (2017) lautete die Zielstellung, sich erneut in der Tabelle zu verbessern.

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Im ersten Heimspiel ging es gleich gegen den Top-Favoriten SG LVB Leipzig und trotz einer starken kämpferischen Vorstellung unterlag man den Messestädtern mit 17:19. Das erste Auswärtsspiel führte die 04er nach Naumburg zum „Angstgegner“ und letztjährigen Vizemeister HC Burgenland. Es kam wie immer gegen die Burgenländer, man hatte beim 26:27 wieder einmal das Nachsehen. Im folgenden Auswärtsspiel in Pirna stand man dann schon unter Druck, hielt diesem jedoch mit einem klaren 29:22-Erfolg stand. Vor dem Heimspiel gegen Glauchau galt es den ersten Rückschlag zu verkraften, Keeper Max Flämig, der stark in die Saison gestartet war, riss sich das Kreuzband und fiel fortan aus. Dennoch konnten die Westsachsen mit 25:24 nieder gerungen werden. Dann ging es nach Dresden zum HC Elbflorenz II und die 04er gewannen nach starker Vorstellung mit 32:25. Die kalte Dusche kam im folgenden Heimspiel gegen Aschersleben, beim 26:28 nahmen die Gäste beide Punkte mit. Auch beim USV Halle hatte man mit 25:29 das Nachsehen und musste den Blick schon etwas nach unten richten, zumal nun mit der HG Köthen der zweite Titelkandidat in Plauen erwartet wurde. Oberlosa erkämpfte sich beim 19:19 einen wichtigen Zähler, bezahlte diesen jedoch mit der brutal schweren Verletzung von Rückraumspieler Sebastian Duschek ganz teuer. 

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Eine Woche später boten die 04er im Stadtderby beim HC Einheit Plauen eine beeindruckende Vorstellung und gewannen das Prestigeduell deutlich mit 29:21. Gegen Rot-Weiß Staßfurt reichte eine durchschnittliche Leistung zum 23:19-Heimsieg und eine Woche später trumpften die Schwarz-Gelben beim 30:20-Kantersieg in Delitzsch groß auf. Auf den Boden der Tatsachen wurden die 04er im Heimspiel gegen Freiberg zurück geholt. Völlig verdient nahmen die Begstädter beim 25:28 beide Punkte mit. Leistungsträger Jakub Kolomaznik musste sich zwischenzeitlich einer Leisten-OP unterziehen und fehlte so zum Abschluss der Hinrunde in Apolda. Davon unbeeindruckt gewann Oberlosa deutlich mit 29:17 und hatte nach der Hälfte der Saison 15:11 Punkte auf dem Konto. Dies bedeutete Tabellnplatz vier und ließ die Schwarz-Gelben optimistisch auf die Rückrunde blicken. 

In Leipzig bot man dem souveränen Tabellenführer Paroli und verlor unglücklich mit 23:25. Anschließend sollte endlich der Bock HC Burgenland umgestoßen und die ersten Punkte überhaupt gegen diesen Kontrahenten geholt werden. Nach Ablauf der Spielzeit schmetterte Friedrich Kleinert einen direkten Freiwurf zum 27:26 in die Maschen und machte die Helbig-Halle zum Tollhaus. 

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Gegen die SG Pirna/Heidenau brillierte Oberlosa in der Abwehr und gewann sicher mit 21:14. Dann ging es zum Schlusslicht nach Glauchau, nach einer indiskutablen zweiten Hälfte ging man dort mit 19:27 förmlich unter. Dies sollte offensichtlich der berühmte Schuss vor den Bug zur rechten Zeit gewesen sein, denn in den folgenden sechs Spielen blieben die 04er ungeschlagen. Zunächst ließ man Elbflorenz II beim 24:18 keine Chance, dann kehrte man auch vom HC Aschersleben mit einem 28:26-Erfolg zurück. Wiederum nur eine Woche später schwangen sich die Spitzenstädter zur wohl besten Saisonleistung auf und fegten den USV Halle mit 37:25 aus der heimischen Kurt-Helbig-Sporthalle. Dem letzten verblieben Konkurrenten des späteren Meisters LVB Leipzig, der HG 85 Köthen, spuckte man in Köthen kräftig in die Suppe, nahm beim 25:25 erstmals einen Zähler aus der Bachstadt mit und beendete damit die letzten Titelträume der Hausherren. Dann freute sich ganz Plauen auf das zweite Stadtderby, vor 900 Zuschauern wurde Oberlosa seiner Favoritenrolle beim 28:22 klar gerecht. Hier verletzte sich mit Kapitän Carsten Klaus der nächste Führungsspieler schwer. 

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Den letzten Auftritt in der altehrwürdigen Paul-Merkewitz-Halle zu Staßfurt versüßten sich die Schwarz-Gelben mit einem 28:24-Erfolg und konnten nach der beeindruckenden Serie von 11:1 Punkten plötzlich sogar von der Vizemeisterschaft träumen. Dass die Bäume jedoch nicht in den Himmel wachsen, bekamen die 04er in den letzten drei Saisonspielen zu spüren. Sowohl zu Hause gegen Delitzsch (21:26) als auch in Freiberg (23:24) zog man den Kürzeren, zum Saisonfinale teilte man sich vor heimischem Publikum mit dem HSV Apolda beim 24:24 die Punkte.

Mit Rang 4 im Abschlussklassement und 31:21 Punkten spielte der SV 04 Oberlosa seine bislang beste Saison seit Zugehörigkeit zur Mitteldeutschen Oberliga. 16:10 Punkte in heimischer Halle stehen 15:11 Zähler in fremden Gefilden gegenüber. Mit 663 : 604 wurde das Torverhältnis deutlich positiv gestaltet. Insgesamt sahen 6496 Zuschauer die Heimspiele der Spitzenstädter, dies entspricht einem Schnitt von exakt 500 Besuchern pro Spiel. 

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Insgesamt setzte der SV 04 in der abgelaufenen Saison 18 Spieler ein, mit Torsten Wetzel, Andreas Weikert und Linus Roth standen drei Spieler in allen 26 Begegnungen auf dem Spielfeld. Bester Torschütze der 04er war Louis Hertel mit 93 Treffern / davon 1 Siebenmeter. Ebenfalls sehr treffsicher zeigten sich Paul Richter (83/2), Torsten Wetzel (71/0), Linus Roth (71/10), Marcus Peschke (65/50) und Jakub Kolomaznik (64/20). 

Insgesamt kassierte Oberlosa 108 Zeitstrafen, von denen Abwehrchef Andreas Weikert mit 34 nahezu ein Drittel absitzen musste. 9 Rote Karten verteilen sich auf Jakub Kolomaznik (3), Sebastian Duschek (2), Andreas Weikert (2), Linus Roth (1) und Friedrich Kleinert (1).

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115 Mal durften Oberlosaer Schützen an der Strafwurflinie antreten, 83 Mal fand der Ball dabei den Weg ins Netz. 
Trainer Petr Hazl zieht ein überwiegend positives Saisonfazit:

„Wir haben eine sehr gute Saison gespielt und die zuvor ausgegebene Zielstellung erfüllt. Leider haben wir in den letzten drei Spielen die mögliche Medaille noch aus der Hand gegeben, da hat uns schon etwas die Spannung gefehlt. Wir haben über die gesamte Saison sehr stabil in der Abwehr gespielt. Im Angriff fehlt uns manchmal noch die Geduld und vor allem auch die letzte Konsequenz im Abschluss. Daran gilt es in Vorbereitung auf die neue Spielzeit verstärkt zu arbeiten. Neben den beiden Derbys, die allein schon von den Zuschauerzahlen her absolute Höhepunkte waren, zählen die deutlichen Siege in Pirna, Dresden und Delitzsch, der Punktgewinn in Köthen und der Kantersieg zu Hause gegen Halle zu meinen persönlichen Highlights der Saison. Negativ überrascht war ich von den Heimpleiten gegen Aschersleben und Freiberg sowie von der zweiten Hälfte in Glauchau. In der kommenden Saison wollen wir insbesondere zu Hause noch dominanter auftreten, da haben wir mit 10 Punkten zu viele abgegeben.“ 

„Für die kommende Spielzeit sehe ich uns mit den beiden Neuzugängen als Ersatz für die beiden Abgänge gut aufgestellt. Wir haben viele Spieler in unserem Team, deren Entwicklungspotenzial ich noch nicht ausgeschöpft sehe. Da die Mannschaft sehr ehrgeizig ist und hervorragend mitzieht, können und werden wir uns weiter verbessern. Von daher freue ich mich bereits jetzt auf die die neue Saison. Die Aufsteiger aus Zwickau, Jena und Oebisfelde werden eine Bereicherung sein und wir alle können wieder mit einer äußerst starken und ausgeglichenen Liga rechnen“., so Petr Hazl weiter.

Fotos: Oliver Orgs / Bernd Genßen
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