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Handball - Landespokal / Herren
Oberlosa im Halbfinale
SV 04 Oberlosa  -  SV Koweg Görlitz   29:23


Die Verbandsliga-Handballer des SV 04 Oberlosa stehen im Halbfinale des Landespokals. Dank einer beeindruckenden Leistung im zweiten Spielabschnitt setzten sich die 04er gegen den favorisierten Sachsenligisten SV Koweg Görlitz mit 29:23 durch.

Unter den Augen von Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer entwickelte sich von Beginn an ein echter Pokalfight. Die Neißestädter gingen mit 1:0 in Führung, Robert Fickel und Mike Anlauf drehten den Spiess um und sorgten mit der ersten Oberlosaer Führung für den ersten Anstieg des Lärmpegels in der Kurt-Helbig-Sporthalle. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, keiner Mannschaft gelang es, sich vom Kontrahenten abzusetzen. Über die Zwischenstationen 4:4 und 6:6 blieb es äußerst ausgeglichen. Auf Oberlosaer Seite wußte Mike Anlauf mit tollen Treffern von der Linksaussenposition zu überzeugen, bei Görlitz setzte insbesondere Rückraumspieler Radim Vanek die Akzente. Beide Teams kämpften verbissen um die Führung, der 8:8-Zwischenstand entsprach dem Spielverlauf. In der Folge häuften sich die Fehler auf Seiten der Gastgeber. Die routinierten Ostsachsen erspielten sich durch Fabrice Türkowsky und Petr Masat die erste zwei Tore Führung. Ein nicht geahndetes Foulspiel an Paul Richter und eine Parade des starken Gästekeepers Peer Purschke brachte die Görlitzer zwei Mal in Ballbesitz, Hiroki Kuwano und Radim Vanek bauten die Koweg-Führung auf 12:8 aus.

Oberlosas Coach Jörg Grüner bat seine Männer zur Auszeit und justierte sein Team neu. Mit enormem Siegeswillen und drei Treffern in Folge durch Rico Englert, Andre Schneider und Marcus Peschke kämpften sich die Gelb-Schwarzen wieder heran.
Englert kassierte kurz vor der Pause noch eine Zeitstrafe, Marco Brendler machte den 13:11-Pausenstand für die Gäste perfekt.
Die Spitzenstädter erwischten den deutlich besseren Start in Halbzeit zwei. Mike Anlauf und Michel Wiesend markierten den 13:13-Ausgleich, Richard Börner traf nach toller Einzelleistung zur Oberlosaer 14:13-Führung. Als Kai Vogt für die Gäste zum erneuten 14:14-Ausgleich einnetzte, ahnte wohl niemand, dass dies der letzte Gleichstand an diesem Abend sein würde. Die 04er schalteten in der Folge vor allem in der Defensive gleich zwei Gänge hoch. Zudem steigerte sich Schlussmann Carsten Klaus enorm. Dem drittbesten Angriff der Sachsenliga wurde das Torewerfen für die nächsten acht Minuten komplett verwehrt. Paul Richter und Andre Schneider ackerten im Mittelblock und hatten insbesondere den japanischen Wirbelwind Hiroki Kuwano bestens im Griff. Zudem stellte sich Richard Börner immer besser auf den wurfstarken Vanek ein. Ein Dreierpack von Mike Anlauf sowie Tore durch Rico Englert und Michel Wiesend sorgten für eine klare 19:14-Führung der Gelb-Schwarzen. Doch die Neißestädter schlugen zurück, verkürzten zum 17:20 und hatten die Chance, per Strafwurf weiter zu verkürzen. Als Teufelskerl Carsten Klaus im Oberlosaer Tor jedoch den Versuch von Masat und auch noch dessen Nachwurf parierte, brachte das phantastische Publikum die rappelvolle Halle förmlich zum Beben. Gestützt auf eine nun bärenstarke Defensive um den herausragenden Klaus, spielten sich die 04er förmlich in einen Rausch. Tomas Martinek traf zum 21:17, wenig später hieß es nach Treffern von Mike Anlauf (2) und Michel Wiesend bereits 24:18 für den Außenseiter. Auch eine Auszeit der Gäste konnte den Oberlosaer Lauf nicht stoppen. Ganz im Gegenteil, Robert Fickel erzielte das 26:19 für die Spitzenstädter, Rico Englert sorgte unter dem Jubel der Fans mit tollem Treffer zum 27:19 für eine Vorentscheidung. Die Görlitzer wollten sich nun jedoch nicht vollends abschiessen lassen. Vier Treffer in Folge durch Vanek, Vogt, Noack und Rechner ließen den Abstand auf vier Tore (23:27) schrumpfen. Jörg Grüner reagierte umgehend per Auszeit und erklärte die taktische Marschroute für die Schlussminuten. Michel Wiesend beruhigt mit dem 28:23 die Nerven der Zuschauer und gibt damit den Startschuss zur grossen Sause mit Standing Ovations auf den Tribünen. Der für den mit Sprechchören gefeierten Carsten Klaus eingewechselte Erik Petzoldt entschärft den letzten Wurf der Gäste und Marcus Peschke setzt per Hüftwurf den Schlusspunkt zum auch in dieser Höhe verdienten 29:23-Erfolg.

Stimmen zum Spiel:
Mario Ahnert (Manager Görlitz):
"Es war ein sehr intensives und gutklassiges Spiel. Nachdem bereits Glauchau und Dresden hier untergegangen sind, wußten wir natürlich was uns erwartet. Wenn man am vierten Advent dann 500 Km nach Plauen und zurück fahren muss, will man natürlich als höherklassiger Verein auch gewinnen. Das ist uns nicht gelungen, Plauen-Oberlosa war das bessere Team. Dieser Verein, diese Mannschaft und diese tollen Fans gehören ganz klar in die Sachsenliga".

Jörg Grüner (Trainer Oberlosa): "Auch ich habe hier ein kampfbetontes und gutklassiges Spiel gesehen. Wie meine Mannschaft nach dem 8:12-Rückstand reagiert hat und sich zurück gekämpft hat, das war klasse. Ich denke wir haben dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient gewonnen. Eigentlich mache ich das nicht, aber heute muss ich mal einen Spieler herausheben. Der Carsten Klaus hat heute sensationell gehalten".

Rico Michel (Manager Oberlosa): "Das war eine perfekte Woche für uns. Wir gehen als Tabellenführer ins neue Jahr, haben vor etwa 500 begeisterten Zuschauern das Pokal-Halbfinale erreicht und mit Carsten Klaus und Mike Anlauf haben zwei absolute Leistungsträger ihre Verträge vorzeitig verlängert. So kann es weitergehen".

Oberlosa: Petzoldt, Klaus; Anlauf (11Tore/ davon 1 Siebenmeter), Dick, Börner (1), Martinek (1), Peschke (3/1), Englert (4), Schneider (1), Fickel (2), Wiesend (6), Richter

Görlitz: Purschke, Matthieu; Noack (2), Vogt (4/2), Kuwano (1), Brendler (4), Rechner (1), Türkowsky (2), Michel, Krause, Masat (3/1), Vanek (6)

RM     

   





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