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Handball - Verbandsliga / Herren
Oberlosa neuer Spitzenreiter
SV 04 Oberlosa - SG LVB Leipzig II  26:22

FOTO: IGOR PASTIEROVICDie Männer des SV 04 Oberlosa sind neuer Tabellenführer der Handball-Verbandsliga. Am fünften Spieltag bezwangen die Spitzenstädter den bisherigen Spitzenreiter LVB Leipzig II in heimischer Halle mit 26:22 und kletterten auf den Platz an der Sonne.

Die Partie in der mit etwa 500 Zuschauern prächtig gefüllten Kurt-Helbig-Sporthalle hielt von Beginn an, was sie versprochen hatte. Die Messestädter waren mit einem excellenten Aufgebot nach Plauen gekommen und legten in der Startphase stets einen Treffer vor. Bis zum 3:3 zogen die 04er ebenso stetig nach und kamen jeweils zum Ausgleich. In der Folge gerieten die Gastgeber mit zwei Toren ins Hintertreffen. Ein Grund dafür war die mangelhafte Ausbeute von der Strafwurflinie. Zunächst scheiterte Marcel Dick am Leipziger Klassekeeper Frank Herrmann, dann jagte Mike Anlauf die Kugel über den Kasten der Gäste.

Die 04er kämpften verbissen darum, den Anschluss zu halten. Robert Fickel donnerte dann die Kugel ins Netz und gab damit den Startschuss zur besten Phase der Hausherren im ersten Spielabschnitt. Mit einer erneut bärenstarken Defensive legten die Gelb-Schwarzen den Grundstein für die eigene 8:7-Führung. Michel Wiesend und Marcus Peschke erhöhten wenig später auf 10:7. Tomas Martinek übernahm beim nächsten Strafwurf die Verantwortung, doch auch der Tscheche scheiterte am Leipziger Schlussmann. Christoph Sickora und Thomas Schmidt verkürzten für die Gäste und mit einem hauchdünnen 10:9 für Oberlosa ging es in die Kabinen.

Mit dem Anpfiff zu Halbzeit zwei entwickelte sich eine noch weitaus dramatischere Partie als im ersten Abschnitt. Den besseren Start erwischten dabei die Gäste und gingen ihrerseits wieder mit 13:12 in Führung. Nun kochte die Partie förmlich über. Andre Schneider wurde beim Tempogegenstoss von seinem Kontrahenten niedergerungen. Nach einer unübersichtlichen Situation im "Bodenkampf" entschieden die beiden Referees auf Zeitstrafe für den Leipziger Thomas Schmidt und auf Rote Karte gegen den Oberlosaer Andre Schneider. Nun war alles geboten, was ein Handballspiel ausmacht. Gelbe Karten gegen die beiden verantwortlichen Trainer kühlten die Gemüter nur kurz ab. Ein wahres Zeitstrafen-Festival sorgte für viel Platz auf der Platte. Oberlosa warf all seinen Kampfgeist in die Waagschale und zog mit vier Toren am Stück auf 16:13 davon. Leipzig hielt im Stile einer Spitzenmannschaft dagegen. Angeführt von den Routiniers Jan Kostulski, Marco Kienitz und Marco Steinbeck schafften die LVB`ler wieder den 15:16-Anschlusstreffer. Kurz darauf rutschte Oberlosas Toni Roth auf einer feuchten Stelle weg und verdrehte sich das Knie. Der Rechtsaussen wurde sofort ins Klinikum gebracht. Davon nur kurz geschockt, gab Oberlosa weiter Gas.

Insbesondere Paul Richter zerrte an den Ketten und sorgte per Doppelpack für das 18:15 aus Sicht der Hausherren. Wenig später fing Mike Anlauf einen Konter der Gäste ab, startete selbst durch und versenkte die Kugel zum 19:16. Doch Leipzig ließ sich noch nicht abschütteln. Heine und Schumacher trafen zum Anschluss, Steinbeck glich sogar zum 20:20 aus. Es knisterte förmlich vor Spannung im Tollhaus Helbig-Halle. Die große Chance der Gäste zur Führung machte dann Carsten Klaus im Oberlosaer Tor zunichte als er dem völlig frei auf ihn zulaufenden David Frenzel in unnachahmlicher Art den Schneid abkaufte. Richard Börner traf nach tollem Anspiel von Regisseur Marcus Peschke zum 21:20 für die Gelb-Schwarzen. Apropos Marcus Peschke, nach den drei Fehlversuchen im ersten Abschnitt erwies sich der Jüngste im Team als Mann ohne Nerven und brachte in Hälfte zwei alle vier Strafwürfe sicher im Kasten unter. Richter stanzte die Kugel zum 22:20 ein, der starke Wiesend traf kurz später zum 23:20.

FOTO: IGOR PASTIEROVICFOTOS: IGOR PASTIEROVIC

Torhüter Carsten Klaus vernagelte in den Schlussminuten förmlich seinen Kasten und riss die Fans förmlich von den Sitzen. Als Klaus dann noch einen Strafwurf parierte, kannte der Jubel keine Grenzen.

Angetrieben von einem phantastischen Publikum behielten die 04er in der hitzigen Atmosphäre kühlen Kopf. Erneut Wiesend zum 24:21, Börner und Richter trafen in der Schlussphase für die Hausherren und machten damit den Sack endgültig zu. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff feierten Oberlosas Fans ihr Team für eine tolle Leistung.

Handball - V...Trainerstimmen:
Jens Herold (Leipzig): Zunächst
mal meinen Glückwunsch an Plauen-Oberlosa zum verdienten Sieg. Wir wußten natürlich im Vorfeld was uns hier erwartet. Dennoch konnten wir unsere Marschroute nicht im gewünschten Maß umsetzen. So kamen unsere technischen Fertigkeiten nicht wie gewünscht zum Tragen. Für uns ist die Niederlage schmerzhaft, aber sie wirft uns nicht um. Schließlich muß Plauen ja auch noch nach Leipzig.

Jörg Grüner (Oberlosa): Wie bereits in der Vorwoche muß ich meiner Mannschaft ein Kompliment für ihre Leistung und den aus meiner Sicht verdienten Sieg machen. Wir haben nach der Umstellung der Leipziger reagiert und einen Rechtshänder im rechten Rückraum gebracht. Das hat sehr gut funktioniert. Nach drei tollen Leistungen am Stück gilt es nun die Spannung hoch zu halten, kommenden Sonntag wartet in Zwenkau eine schwierige Aufgabe. Ein riesengroßer Dank geht an die Fans, das war eine beeindruckende Kulisse und eine tolle Atmosphäre.


Oberlosa:
Leppert, Klaus; Anlauf (4), Dick, Börner (3), Martinek, Peschke (5/4), Englert, Schneider, Fickel (3), Roth, Wiesend (4), Richter (7)
Leipzig: Herrmann, Krause; Kostulski, Frenzel (2), Heerde (2), Sickora (3), Schmidt (5/4), Kienitz (3), Ebert, Schumacher (2), Steinbeck (2), Geisler (1), Heine (2), Schneidewind
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