SV 04 Plauen-Oberlosa holt den Pokal des Oberbürgermeisters

SV 04 Plauen-Oberlosa holt den Pokal des Oberbürgermeisters

Handball auf hohem Niveau, vier intensive Partien und ein überzeugender Gastgeber: Der SV 04 Plauen-Oberlosa hat das Turnier um den Pokal des Oberbürgermeisters der Stadt Plauen für sich entschieden. Im Finale bezwangen die Schwarz-Gelben den Drittligisten TV 1861 Erlangen-Bruck mit 43:37. Zuvor hatten sich vier Mannschaften aus der 3. Liga und der Regionalliga Mitteldeutschland in der Kurt-Helbig-Sporthalle einen gelungenen letzten Härtetest vor dem Saisonstart geliefert.

Plauen. Zwei Tage, vier Spiele und reichlich hochklassiger Handball: Das Turnier um den Pokal des Oberbürgermeisters bot den teilnehmenden Mannschaften die Gelegenheit, eine Woche vor dem Start in die Punktspielsaison noch einmal unter Wettkampfbedingungen zu testen. Neben Gastgeber und Drittligist SV 04 Plauen-Oberlosa gingen mit dem TV 1861 Erlangen-Bruck ein weiterer Drittligist sowie mit dem HC Elbflorenz II und dem SV Anhalt Bernburg zwei Mannschaften aus der Regionalliga Mitteldeutschland an den Start.

Eröffnet wurde das Turnier am Freitagabend um 18 Uhr durch die Baubürgermeisterin der Stadt Plauen, Kerstin Wolf. Anschließend gehörte die Aufmerksamkeit ganz dem Sport.

Oberlosa legt gegen Bernburg den Grundstein

In der ersten Partie des Turniers traf der SV Anhalt Bernburg auf den SV 04 Plauen-Oberlosa. Aufgrund einer Anreiseverzögerung der Bernburger begann die Begegnung etwas später als vorgesehen.

Die Gastgeber erwischten dennoch einen ausgezeichneten Start. Fabrice Oertel, Libor Hanisch und Franz Häcker sorgten innerhalb von gut drei Minuten für eine 4:0-Führung. Nach knapp 14 Minuten hatte Oberlosa seinen Vorsprung bereits auf 12:4 ausgebaut. Bernburg ließ sich davon jedoch nicht abschütteln, kämpfte sich zurück und verkürzte bis zur Pause auf 13:17.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft. Beim 20:21 in der 40. Minute war Bernburg wieder bis auf einen Treffer herangekommen. Oberlosa behielt jedoch die Kontrolle und setzte sich in der entscheidenden Phase erneut ab. Am Ende stand ein 33:31 (17:13) für den SV 04. Erfolgreichste Oberlosaer Werfer waren Franz Häcker und Mathias Choleva mit jeweils fünf Treffern; für Bernburg erzielten Leonard Gühne und Alexander Saul jeweils sechs Tore.

Damit hatte der Gastgeber das Ticket für das Finale am Samstag gelöst.

Erlangen-Bruck entscheidet zweiten Halbfinal-Krimi spät

Am Abend folgte die zweite Freitagsbegegnung zwischen dem HC Elbflorenz II und dem TV 1861 Erlangen-Bruck. Lange Zeit sahen die Zuschauer dabei eine ausgeglichene Partie.

Die junge Dresdner Mannschaft hielt gegen den Drittligisten hervorragend mit. Nach wechselnden Führungen und zahlreichen Gleichständen ging Erlangen-Bruck lediglich mit einem knappen 19:18 in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Elbflorenz zunächst dran und stellte in der 42. Minute beim 24:24 erneut den Gleichstand her.

Dann kippte die Partie. Erlangen-Bruck nutzte Fehler und Zeitstrafen der Dresdner konsequent und setzte sich Tor um Tor ab. Aus dem 24:24 wurde innerhalb weniger Minuten ein 31:26 für die Franken. Am Ende fiel das Resultat mit 38:30 (19:18) deutlicher aus, als es der lange Zeit enge Spielverlauf vermuten ließ. Benjamin Beyer war mit sieben Treffern erfolgreichster Erlanger Werfer, bei Elbflorenz kam Henrique Bilhastre auf sechs Tore.

Der Trainer des Dresdner Perspektivteams sah deshalb trotz der Niederlage viele positive Aspekte: „Im ersten Spiel gegen Erlangen-Bruck waren wir sehr gut bis zur 45. Minute, aber ein paar Strafen und zu viele Fehler haben uns zu schaffen gemacht. Erlangen war in diesen Minuten bis zum Schluss viel besser.“

Der HC Elbflorenz setzt mit seiner zweiten Mannschaft bewusst auf die Entwicklung junger Spieler. Das Perspektivteam bildet beim Dresdner Verein eine wichtige Schnittstelle zwischen Nachwuchs- und Leistungsbereich.

Bernburg gewinnt Spiel um Platz drei hauchdünn

Am Samstagmorgen ging es um 10.30 Uhr mit dem Spiel um Platz drei weiter. Der SV Anhalt Bernburg und der HC Elbflorenz II lieferten sich dabei die spannendste Begegnung des Turniers.

Elbflorenz startete furios und führte nach nicht einmal vier Minuten mit 4:0. Bernburg arbeitete sich jedoch Schritt für Schritt zurück. In der 25. Minute gelang beim 11:11 erstmals der Ausgleich, zur Pause stand es folgerichtig 13:13.

Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel völlig offen. Nun war es Bernburg, das mehrfach knapp vorlegte. Beim 25:25 in der 52. Minute war wieder alles ausgeglichen. Nico Richter brachte Bernburg anschließend erneut in Führung, Elbflorenz glich noch einmal zum 27:27 aus. Mit zwei späten Treffern stellte Bernburg auf 29:27. Der letzte Siebenmeter der Dresdner mit der Schlusssirene bedeutete nur noch den Endstand von 29:28 (13:13).

Überragender Bernburger Werfer war Niklas Friedrich mit zehn Treffern, bei Elbflorenz erzielte Henrique Bilhastre neun Tore und verwandelte alle sechs seiner Siebenmeter.

Für den SV Anhalt Bernburg bedeutete der knappe Erfolg Rang drei. Der traditionsreiche Verein aus Sachsen-Anhalt tritt in der Regionalliga Mitteldeutschland an.

Für die junge Dresdner Mannschaft war der vierte Platz nur ein Teil der Turnierbilanz. Der Trainer erklärte: „Heute konnten wir von Anfang an unsere Leistung verbessern. Wir haben viel rotiert, alle unsere jungen Spieler von der A-Jugend haben viel gespielt. Wir sind allgemein in der Vorbereitung und mit diesem Turnier zufrieden und nächste Woche geht’s los.“

Oberlosa überzeugt im Finale

Zum sportlichen Höhepunkt wurde anschließend das Finale zwischen dem SV 04 Plauen-Oberlosa und dem TV 1861 Erlangen-Bruck. Beide Drittligisten schenkten sich von Beginn an nichts.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase übernahm Oberlosa zunehmend die Kontrolle. Aus einem 8:7 machten die Gastgeber bis zur 14. Minute ein 11:7. Besonders Matevz Kunst und Libor Hanisch setzten offensiv Akzente. Beim 18:11 hatte sich der SV 04 erstmals deutlich abgesetzt. Mit einer 22:16-Führung ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Wechsel ließ Oberlosa nicht locker. Zwar versuchte Erlangen-Bruck immer wieder, den Rückstand zu verkürzen, doch der Gastgeber hatte auf nahezu jede Antwort der Franken die passende Reaktion. In der 44. Minute führte der SV 04 mit 33:27, wenig später mit 35:28. Auch eine Erlanger Aufholjagd brachte die Plauener nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Mit 43:37 (22:16) sicherte sich der SV 04 schließlich verdient den Pokal des Oberbürgermeisters. Herausragender Torschütze des Finals war Matevz Kunst mit 14 Treffern. Tim Stäglich steuerte acht, Libor Hanisch sechs Tore bei. Für Erlangen-Bruck waren Marc Kokott und Philipp von Alvensleben mit jeweils sieben Treffern am erfolgreichsten.

Der Oberlosaer Co-Trainer Jörg Grüner zog ein positives Fazit: „Es war ein sehr gutes Turnier mit guten Teilnehmern, die eine gute Handballqualität gespielt haben. Diese haben wir jetzt im Endspiel gegen Erlangen-Bruck, einem Drittligisten, auch sehr vernünftig geprüft. Im Hinblick auf das nächste Woche stattfindende erste Punktspiel war das eine sehr gelungene Veranstaltung. Es hat uns noch einmal bekräftigt in einigen Analysepunkten und uns gut vorbereitet auf das Spiel kommende Woche gegen Werder.“

Wertvoller Test für Erlangen-Bruck

Auch beim Finalgegner überwog trotz der Niederlage der Nutzen des Wochenendes. Der Erlanger Trainer erklärte: „Für uns war das jetzt noch einmal ein guter Abschlusstest, bevor nächste Woche die Saison losgeht. Gestern beim Spiel war die volle Mannschaft auch da, das heißt, da konnte man auch einfach mal durchwechseln und verschiedene Abläufe trainieren. Jetzt sind natürlich leider gestern vier Spieler aus familiären Gründen nach Hause gefahren, das heißt, heute ging es einfach nur darum, auch noch einmal ein paar Sachen, wie verschiedene Abwehrformationen, zu üben beziehungsweise einzustudieren und dann mit einem guten Gefühl in die Saison nächste Woche zu starten.“

Gerade vor diesem Hintergrund war das Finale für die Franken ein wertvoller Belastungstest. Trotz des reduzierten Kaders hielt Erlangen-Bruck das Tempo hoch und trug mit insgesamt 75 Toren in seinen beiden Begegnungen erheblich zum offensiven Charakter des Turniers bei.

Oberbürgermeister Steffen Zenner überreicht den Pokal

Zur abschließenden Siegerehrung am Samstagnachmittag erschien Oberbürgermeister Steffen Zenner persönlich in der Kurt-Helbig-Sporthalle. Er übergab den Pokal des Oberbürgermeisters an den Turniersieger SV 04 Plauen-Oberlosa und setzte damit den Schlusspunkt unter zwei intensive Handballtage. Bester Torschütze des Turniers wurde Matevz Kunst von Plauen – Oberlosa, als bester Spieler wurde von allen Trainern Philipp von Alvensleben (Erlangen – Bruck) und als bester Torhüter Henric Ebert vom Heimverein gewählt.

Endstand des Turniers

  1. SV 04 Plauen-Oberlosa
  2. TV 1861 Erlangen-Bruck
  3. SV Anhalt Bernburg
  4. HC Elbflorenz II

Ergebnisse

SV Anhalt Bernburg – SV 04 Plauen-Oberlosa 31:33 (13:17)

HC Elbflorenz II – TV 1861 Erlangen-Bruck 30:38 (18:19)

SV Anhalt Bernburg – HC Elbflorenz II 29:28 (13:13)

SV 04 Plauen-Oberlosa – TV 1861 Erlangen-Bruck 43:37 (22:16)

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