Großer Kampf bleibt unbelohnt
Schon vor dem Anpfiff war klar: Der TSV Leipzig 76 wird eine harte Nuss. Viel Kampfgeist, dynamische Abwehrarbeit und die Fähigkeit, auf nahezu jede Situation schnell zu reagieren – Oberlosa wusste, was auf die Mannschaft zukommt. Für Juliane Ebel wurde die Partie dabei zur besonderen Bewährungsprobe. Da kein Co-Trainer zur Verfügung stand, musste sie gleichzeitig coachen und selbst auf dem Feld Verantwortung übernehmen. Keine einfache Aufgabe – und dennoch stellte sich Oberlosa der Herausforderung.
Der Start in die Partie verlief allerdings alles andere als glücklich. Leipzig dominierte den ersten Satz. Oberlosa fand zunächst kein Mittel gegen das druckvolle Spiel des TSV. Mit 13:25 ging der erste Durchgang deutlich an die Gäste aus Leipzig. Ein Abschreiben war keine Option für Oberlosa.
Im zweiten Satz zeigte der Oberlosaer Sechser ein völlig anderes Gesicht und zog alle Register. Mehr Druck, mehr Konsequenz und vor allem der unbedingte Wille, die Partie wieder zu öffnen. Leipzig wurde zunehmend unter Druck gesetzt – und Oberlosa belohnte sich mit einem deutlichen 25:13. Der dritte und vierte Satz entwickelten sich zu einem echten Kräftemessen. Punkt für Punkt lieferten sich beide Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Oberlosa probierte sämtliche Ideen aus, veränderte das eigene Spiel und suchte immer wieder nach Lücken im Leipziger Block und in der Abwehr. Doch egal, welche Idee Oberlosa entwickelte: Irgendwo war immer eine Spielerin des TSV Leipzig zur Stelle.
Gerade für die Oberlosaer Angreiferinnen bedeutete das Schwerstarbeit. Immer wieder mussten sie neue Lösungen finden, variieren, Risiko gehen und sich gegen eine aufmerksame Leipziger Mannschaft durchsetzen. Es war ein Spiel, in dem kein Punkt einfach verschenkt wurde. Am Ende hatte der TSV im dritten Satz mit 26:24 das glücklichere Ende auf seiner Seite. Und auch im vierten Durchgang blieb es lange eng, ehe Leipzig mit 25:21 den Sack zumachte. Damit steht am Ende eine 1:3-Niederlage für Oberlosa.
Doch auch wenn das Ergebnis schmerzt: Die Leistung des Oberlosaer Sechsers verdient großen Respekt. Die Mädels haben gekämpft, sich nach dem schwachen ersten Satz zurückgearbeitet und Leipzig über weite Strecken alles abverlangt. Vorwürfe muss sich hier niemand machen. Es war eine extrem starke Mannschaftsleistung gegen einen Gegner, der in den entscheidenden Momenten schlicht das Quäntchen Glück mehr hatte. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte dabei Leonie Eckardt, die sich völlig verdient die Auszeichnung als beste Spielerin der Partie sicherte.
Nun heißt es erst einmal: durchschnaufen. Zwei Wochen Spielpause liegen vor der Mannschaft, bevor am 24.10. das nächste Heimspiel im Sportforum ansteht – der Spieltag steht derzeit allerdings noch unter Vorbehalt.
Für Oberlosa: Esser, Ebel, Maul, Gerke, Lehmann, Eckardt, Schmelzer, Voigt, Vollmann, Tschikmarov, Lindner, Winkler, Friedel und Koch.