2. Männer mit Derbysieg

2. Männer mit Derbysieg

Derbysieg!!!

 

Was für ein Nervenkrimi, was für eine Willensleistung! In einer dramatischen Schlussphase hat sich unsere zweite Mannschaft des SV 04 Plauen-Oberlosa im prestigeträchtigen Derby gegen die Zweitvertretung des EHV Aue hauchdünn mit 29:28 durchgesetzt.

 

Von der ersten Minute an war Feuer in der Partie. Christian Döhler eröffnete standesgemäß per Siebenmeter zum 1:0. Doch Aue hielt von Beginn an voll dagegen. Dass die Gäste in der Anfangsphase nicht die Oberhand gewannen, war vor allem Max im Oberlosaer Gehäuse zu verdanken. Mit spektakulären Paraden – darunter ein entschärfter Siebenmeter in der zweiten Minute – vernagelte er im ersten Durchgang phasenweise das Tor und gab seinen Vorderleuten den nötigen Rückhalt.

 

In einer engen, hart umkämpften ersten Halbzeit wechselte die Führung stetig. Rico Englert und Nils Hohberger setzten im Angriff immer wieder Nadelstiche, doch Aue ließ sich nicht abschütteln. Beim Stand von 11:9 kurz vor der Pause schlug dann die Stunde, auf die alle Fans in der Halle gewartet hatten: Das Comeback von Viktor Beketov!

 

Und was für eines es werden sollte. Wie in alten Zeiten übernahm Viktor sofort Verantwortung und erwies sich als der personifizierte Albtraum für die Auer Defensive. Innerhalb der letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit drehte er völlig auf, traf fast nach Belieben und hämmerte den Ball gleich viermal in die Maschen. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff besorgte er mit seinem Treffer zum 16:12 die viel umjubelte Vier-Tore-Pausenführung. Die Halle stand Kopf!

 

Nach dem Seitenwechsel kam Aue hochmotiviert aus der Kabine und verkürzte schnell auf 16:14. Doch Oberlosa hatte die passende Antwort parat – und einen neuen Hexer im Tor. Albert übernahm für die zweite Halbzeit den Posten zwischen den Pfosten und nahtlos die bärenstarke Form von Max. Mit sensationellen Reflexen zog er den Gästen in den entscheidenden Momenten den Zahn.

 

Getragen von Alberts Paraden behielt Oberlosa in der Crunchtime kühlen Kopf. Levin Donner und Rico Englert schraubten das Ergebnis in der zweiten Halbzeit wieder auf 20:16 hoch. Es sah knapp sechs Minuten vor dem Ende noch nach einer vermeintlich beruhigenden Führung aus und man wähnte sich vielleicht schon auf der Siegerstraße. Doch ein Derby schreibt bekanntlich seine eigenen Gesetze. Aue steckte keineswegs auf und verkürzte postwendend durch Ben Schmitt zum 27:25 (57. Min).

Zwar konnte Viktor Beketov (7) kurz darauf den alten Drei-Tore-Vorsprung zum 28:25 (56:53) wiederherstellen, doch danach begann das große Zittern. Aue zog in der 58. Minute eine Auszeit – und diese zeigte Wirkung. Die Gäste bliesen zur Schlussoffensive: Zuerst verkürzte Jonathan Thun auf 28:27 (58:46), ehe Anton-Akira Takahashi nur 34 Sekunden vor dem Ende (59:20) der psychologisch schmerzhafte 28:28-Ausgleich für die Erzgebirger gelang. Die Halle kochte, die Nerven lagen blank.

Doch wer dachte, unsere Jungs würden jetzt einbrechen, sah sich getäuscht. Mit absolutem Siegeswillen und der lautstarken Unterstützung der Fans im Rücken spielten die Schwarz-Gelben den letzten Angriff aus. Es lief bereits die letzte Spielminute (59:48), als Frederik Koffent (17) Verantwortung übernahm: Mit einem entschlossenen Wurf markierte er das umjubelte 29:28!

Die verbleibenden zwölf Sekunden verteidigte Oberlosa mit Mann und Maus, ehe die Schiedsrichter beim Stand von 60:00 das Spiel beendeten. Der Rest war purer schwarz-gelber Jubel: Ein emotionaler Derbysieg, der aufgrund des Kampfgeistes in den letzten Sekunden absolut verdient in Plauen bleibt!

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