Sieg des Willens: Oberlosa ringt Stralsund nieder

Sieg des Willens: Oberlosa ringt Stralsund nieder

Der SV 04 Plauen-Oberlosa hat seinen Heimauftakt in der 3. Liga mit einem echten Kraftakt erfolgreich
gestaltet. Vor 443 Zuschauern in der Kurt-Helbig-Sporthalle bezwangen die Spitzenstädter den Stralsunder
HV nach einer umkämpften und bis in die Schlussminute hochspannenden Partie mit 31:30 (18:15). Vor
allem Einsatzbereitschaft, Kampfgeist und der unbedingte Wille zum Erfolg gaben am Ende den Ausschlag.

Dabei erwischten zunächst die Gäste den etwas besseren Start. Stralsund legte zweimal vor, doch Oberlosa fand
schnell in die Partie. Nach dem 2:3 drehten Sebastian Naumann und Tim Stäglich mit zwei Treffern innerhalb
weniger Sekunden die Begegnung zum 5:3. Fortan entwickelte sich ein intensives Duell, in dem sich die
Hausherren zunächst leichte Vorteile erarbeiteten. Über 10:7 setzte sich Oberlosa auf 11:8 ab, musste beim 11:11
jedoch erstmals wieder den Ausgleich hinnehmen.

Die Vogtländer ließen sich davon nicht beeindrucken. Nach einer Auszeit stabilisierte sich die Mannschaft wieder
und erarbeitete sich bis zur Pause erneut einen Vorsprung. Roman Becvar sorgte mit seinem Treffer zum 18:15 für
den Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Stralsund erhöhte den Druck, während bei den Gastgebern
zunehmend der Kräfteverschleiß zu spüren war. Aus dem 19:16 wurde innerhalb weniger Minuten ein 19:19.
Oberlosa stemmte sich dagegen, doch in der 41. Minute gingen die Gäste beim 22:23 erstmals seit der
Anfangsphase wieder in Führung. Wenig später lag Stralsund sogar mit 24:22 vorn.

Was folgte, war vor allem eine Willensleistung. Obwohl die Kräfte schwanden, blieb Oberlosa dran. Matevz Kunst
und Roman Becvar brachten die Hausherren beim 27:27 wieder auf Augenhöhe, Becvar legte anschließend zum
28:27 nach. Doch auch Stralsund gab sich nicht geschlagen. Beim 29:30 durch Jonas Wark in der 57. Minute schien
die Partie erneut in Richtung der Gäste zu kippen.

Die Schlussminuten gehörten jedoch Oberlosa – und Philip Trommer-Ernst. Nach einer Auszeit traf der
Außenspieler zunächst zum 30:30 und ließ 50 Sekunden vor dem Ende auch das umjubelte 31:30 folgen. Stralsund
nahm noch einmal eine Auszeit, doch die Hausherren verteidigten ihren knappen Vorsprung bis zur Schlusssirene.
Der Jubel in der Helbig-Halle war entsprechend groß.

Erfolgreichster Werfer der Plauener war Matevz Kunst mit neun Treffern, darunter zwei Siebenmeter. Roman
Becvar steuerte sechs Tore bei. Libor Hanisch, Mathias Choleva und Philip Trommer-Ernst trafen jeweils viermal.

Trainer Enrico Henoch zeigte sich nach der Partie insbesondere mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft
zufrieden: „Ich bin über die vollen 60 Minuten sehr zufrieden, vor allem auf kämpferischer Ebene. Das war ein Sieg
des Willens.“ Nach dem zwischenzeitlichen Rückstand habe seine Mannschaft gut ins Spiel zurückgefunden und sei
für ihn der verdiente Sieger gewesen – „auch wenn es am Ende sicherlich ein Stück weit glücklich war“.

Dass die Begegnung in der zweiten Halbzeit noch einmal derart eng wurde, überraschte den Trainer angesichts der
personellen Situation nicht. „In der zweiten Halbzeit verlassen uns etwas die Kräfte. Wir wussten, dass wir aufgrund
einiger angeschlagener Spieler nur wenige Möglichkeiten hatten“, erklärte Henoch. Umso höher bewertete er den
Einsatz seiner Mannschaft: „Mit der Bereitschaft und der Energie bin ich sehr zufrieden.“

Lange genießen können die Oberlosaer den Erfolg allerdings nicht. Der Blick richtet sich bereits auf die nächste
Aufgabe. Am kommenden Samstag um 19 Uhr ist Flensborg in der Kurt-Helbig-Sporthalle zu Gast. „Der Fokus liegt
jetzt schon auf Flensborg“, macht Henoch deutlich. Nach dem emotionalen 31:30-Erfolg gegen Stralsund soll dann
vor heimischer Kulisse der nächste Schritt folgen.

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