Erste Heimniederlage für Oberlosa

Erste Heimniederlage für Oberlosa

Text und Foto: Karsten Repert 

23:24! Die Plauener waren diesmal nicht so stark wie sonst. 511 Tage hatte der SV 04 Oberlosa kein Heimspiel mehr verloren. Die letzte Niederlage datierte vom 14. April 2018. Ominöser Weise hieß der Spielverderber damals wie am Samstagabend Concordia Delitzsch. Der verletzte Plauener Torschützenkönig Denny Mertig stand nach Spielschluss ganz gefasst auf der Platte: „Wenn man fast anderthalb Jahre zu Hause nicht verloren hat, ist das natürlich ein außergewöhnliches Ereignis. Aber so ist der Sport nun mal. Wir sollten die Niederlage ganz schnell akzeptieren“, blickte der Rechtsaußen nach vorn.

Die 23:24-Niederlage hatte ihren Ursprung in der ersten Halbzeit. In der lief der SV 04 Oberlosa ständig dem Gegner und der eigenen Bestform nach. Mehr als der 7:7-Ausgleich von Philip Trommer-Ernst (16.) sprang nicht heraus. Bis zu vier Tore Rückstand mussten die Gastgeber immer wieder aufholen. SV-Trainer Petr Hazl räumte ein: „Ich war von unserer ersten Halbzeit enttäuscht.“

Nach 13 Fehlangriffen und einer schonungslosen Halbzeitanalyse kam Oberlosa wie ausgewechselt aus der Kabine. Aus dem 12:14-Pausenrückstand wurde eine 16:14-Führung. Die Abwehr um den überragenden SV-Schlussmann Max Flämig stand so gut, dass Concordia Delitzsch halbzeitübergreifend in 20 Minuten nur drei Treffer erzielen konnte. „Aber wir haben in der Offensive einfach das ganze Spiel über zu viele Bälle weggeschmissen“, trauerte Vereins-Chef Prof. Dr. Bernd Märtner den insgesamt 23 Fehlangriffen nach. So stand es nach 50 Minuten 19:19-Unentschieden.

In der Schlussphase ging irgendwie alles schief
Weil die Partie immer hektischer wurde, zappelten auf der Zielgeraden irgendwie alle Beteiligten. Dem Delitzscher Martin Müller gingen beim Abwehrpressing die Nerven durch. Er sah Rot nach einem Foul an Louis Hertel. Dennoch behielten die Gäste den Kopf oben, während der SV 04 eher ideenlos wirkte und sich sehr schwer tat. Dennoch erzielte Moritz Rahn die 20:19-Führung (52.). Concordia aber strotzte vor Selbstbewusstsein und Siegeswille, wendete das Blatt und Steve Baumgärtel (8 Treffer) krönte seine Leistung im Fotofinish acht Sekunden vor Schluss mit dem 23:24-Endstand.

Zum allgemeinen Gastgeberfrust passten auch noch die Schiedsrichterentscheidungen von Christian Göhring und Dirk Neumann (beide SV Petkus Wutha-Farnroda). Gästetrainer Jan Jungandreas sagte in der Pressekonferenz: „Es ist sehr schade, dass so ein tolles Spiel dann von den Unparteiischen beeinflusst wird. Ich finde, ein Spiel sollte von den Spielern entschieden werden.“

Die Plauener Fans schimpften wie wild, weil es ihrer Meinung nach in der Schlussphase zu gravierenden Fehlentscheidungen kam. Doch der verletzte Denny Mertig brachte es auf den Punkt: „Wir hatten alles selbst in der Hand. Der Gegner lag schon am Boden. Aber wir haben eben nicht das dritte und vierte Tor Vorsprung heraus geworfen. Dann hätten die Schiedsrichter nämlich pfeifen können wie sie wollen.“

Am kommenden Samstag steht für den SV 04 Oberlosa das dritte Heimspiel in Folge an. Gegner ist um 19 Uhr der SV Oebisfelde.

SV 04 Oberlosa: Klaus, Flämig; Kveton (1 Tor), Fort, Wetzel, Weikert (1), Roth (4), Trommer-Ernst (2), Richter, Wolf, Hertel (3), Kolomaznik (3), Multhauf (6/davon 4 Siebenmeter), Rahn (3).
Zuschauer: 476