1. Männer | Niederlage im Spitzenspiel
Es war das Spitzenspiel in der 3. Bundesliga. Die Handballer vom SV 04 Oberlosa haben gegen die Füchse Berlin II mit 28:33 (12:17) verloren. Das Plauener Überraschungsteam war auch diesmal nicht schlecht. Allerdings patzten die kampfstarken Vogtländer immer genau dann, wenn die Berliner in Reichweite waren.
Die Berliner eröffneten mit einem Blitzstart die Begegnung. Oberlosa geriet schnell mit vier Toren in Rückstand (1:5). Und diesen vier Treffern rannten die Plauener dann bis zum Ende ständig hinterher. Gut, Oberlosa kam immerhin viermal in die Nähe eines Remis. Doch bei den Spielständen von 5:7 (17.), 16:18 (37.), 17:19 (40.) und 19:21 (43.) unterliefen den Hausherren immer wieder eigene Fehler. Es war wirklich zum Haareraufen. Cheftrainer Ladislav Brykner trauerte mit seinem Team: „Wir haben sehr gut gekämpft. Aber irgendwie haben wir uns heute selber geschlagen. Mehrfach waren wir dran, haben dann aber den Ball zu oft einfach weggeschmissen.“
Die unnötigen Plauener Ballverluste hatten jedoch ihre Ursache auch in den Abwehraktionen der Jungfüchse. Die Berliner arbeiteten in der Deckung ständig mit Überraschungsmomenten. SV-Spielmacher Roman Becvar resümierte: „Berlin hat immer wieder mal urplötzlich offensiv verteidigt. Da ist es schwer, auf diesem Niveau die Ruhe zu bewahren. Genau deshalb sind uns dann Fehler unterlaufen, die uns immer wieder zurückgeworfen haben.“ Genau wie sein Trainer so war auch Roman Becvar „nicht unzufrieden mit unserer Gesamtleistung. Will man aber gegen Berlin was reißen, genügen 85 oder 90 Prozent nicht.“
Wie unterschiedlich die Ansprüche sind, wurde beim Trainerinterview deutlich. Füchse-Coach Kenji Hövels freute sich „über den Lauf, den wir derzeit haben. Das heute war eine Reifeprüfung. Unter Druck vor diesem Publikum ständig die Angriffswellen des wuchtigen Gegners abzuwehren, das war stark. Aber vollkommen zufrieden bin ich nicht“, überraschte Übungsleiter Kenji Hövels, dessen Team derzeit als als Tabellenzweiter die Nordoststaffel der 3. Bundesliga rockt. Kenji Hövels hat den Anschlusskader des Deutschen Meisters kritisiert: „Wir gehen ein hohes Tempo, laufen dem Gegner davon, lassen uns aber die Sechs-Tore-Führung wieder aus der Hand reißen. Da müssen wir abgezockter werden und das Ding früher für uns entscheiden“, fordert der Chefausbilder der Berliner Talentebrigade.
SV-Kapitän Libor Hanisch stellt mit Blick auf die Rückstände von 12:18 (33.) und 23:29 (55.) fest: „Dass wir uns nie aufgegeben haben, ist natürlich gut. Aber es war in einigen Spielsituationen möglich, die Partie auf Gleichstand zu stellen. Deshalb bin ich enttäuscht. Das haben wir bei unseren Siegen gegen Hildesheim, Rostock und Stralsund besser gemacht.“ TV-Moderator Rico Michel bat in der Pressekonferenz den Gealan-Geschäftsführer Tino Albert, die Ehrung der Spieler des Tages vorzunehmen. Im Mittelpunkt stand ein Ausnahmetalent aus Berlin. „Jan Grüner hat ja bereits 1. Bundesliga gespielt und heute mit 13 erzielten Toren eine überragende Trefferquote“, gratulierte Tino Albert.
Handball-Methusalem Rico Michel füttert die Vogtländer seit 22 Jahren mit vielen solcher Hintergrundinformationen. „Jan Grüner ist mit 19 Jahren ein absolutes Ausnahmetalent. Er hat im Februar bereits drei Tore in der Champions League geworfen. Dass solch ein Klassehandballer einmal in Plauen zum Punktspiel aufläuft und dann so eine sensationelle Leistung abliefert, sollten wir alle voller Respekt in Erinnerung erhalten“, findet Rico Michel. Füchse-Trainer Kenji Hövels lobte die Atmosphäre in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle, wo Oberlosa bereits kommenden Samstag das nächste Heimspiel bestreitet. Das Match gegen Oranienburg ist sehr wichtig. „Wir haben jetzt 6:4 Punkte. Wenn wir gewinnen, halten wir uns den Abstiegskampf vom Hals. Mit dieser Mannschaft geht was. Deshalb ist das Spiel von größter Bedeutung“, hofft SV-Spielmacher Roman Becvar, dass um 19 Uhr wieder eine gelb-schwarze Wand die Plauener antreibt.
Statistik
SV 04 Oberlosa: Foluszny, Ebert – Stäglich (2 Tore, Kunst (4), Hanisch (5), Jezernik (3), Petrovský (2), Koffent, Schauer (58. Minute Rote Karte), Becvar (2), Olkowski (4), Malta, Puljic, Nedoma (5/davon 3 Siebenmeter), Naumann (1).
Schiedsrichter: David Gierke, Korbinian Konwitschny
Rote Karte: Franz Schauer (58. Minute, Foulspiel)
Zeitstrafen: Oberlosa 4 – Füchse Berlin II 2
Siebenmeter: Oberlosa 3/3 – Füchse Berlin II 3/3
Zuschauer: 483 (kare)