Oberlosa ganz clever zum Sieg gegen die HSG Ostsee
Die Handballer vom SV 04 Plauen-Oberlosa haben gegen die HSG Ostsee den vierten Saisonsieg gefeiert. Tim Stäglich (7 Tore), Matevž Kunst (7) und Teo Jezernik (5) führten ihr Team zum 34:31-Erfolg (17:17). Nach zuvor drei Niederlagen in Folge rangieren die Vogtländer jetzt mit 8:8 Punkten im Tabellenmittelfeld. In einem Duell auf Augenhöhe avancierte der breit aufgestellte Kader der Gastgeber zum Zünglein an der Waage.
Die Rand-Lückecker haben auswärts noch keinen Punkt erobert. „Wir sind aber diesmal richtig gut reingekommen ins Spiel. Da hatte unser Gegner doch einige Probleme“, resümierte HSG-Trainer Mirko Spieckermann, der zugleich übrigens auch der Bürgermeister in Neustadt/Holstein ist. Oberlosa geriet mit 3:6 in Rückstand, konnte dann aber ausgleichen (8:8). Bis zur Pause durften die Plauener Fans fünfmal die knappe Führung bejubeln. Doch mit der Pausensirene traf Lucas Harms per Siebenmeter zum 17:17 für die Gäste aus Neustadt/Grömitz.
Die Ostseewelle entwickelte in Durchgang eins aus dem Rückraum immer wieder enorme Wucht. SV04-Pressesprecher Rico Michel wusste im Halbzeitgeflüster: „Wir müssen in den Reihen der Gäste Friedrich Paul Kilias bremsen. Der macht uns das Leben schwer.“ Genau das taten die Plauener auch nach dem Seitenwechsel. Die SV-Deckung ließ den Zentralwerfer kein einziges Mal mehr zum Zuge kommen. Friedrich Paul Kilias blieb bei 4 Treffern „stehen“, während auf Oberlosaer Seite einmal mehr von allen Positionen Torgefahr ausging.
„Trotzdem war das ein hartes Stück Arbeit. Die HSG Ostsee spielt eben seit acht Jahren 3. Bundesliga. Die schüttelst du nicht einfach ab“, stellte Linksaußen Tim Stäglich am Ende fest. Was den Plauenern noch in den vorherigen Spielzeiten fehlte, hat sich das Team inzwischen ganz fleißig erarbeitet: Cleverness. Denn die Gäste aus Schleswig-Holstein wirkten kurzzeitig etwas ungeschickt. Nutzlose Zeitstrafen und ein Wechselfehler brachten die Oberlosaer in Überzahl. „Wir haben das eiskalt ausgenutzt und sind von da an nicht mehr ins Hintertreffen geraten“, freute sich SV-Spielmacher Roman Becvar über den Reifeprozess im Team (24:20).
Während sich die HSG am jetzt überragenden Patryk Foluszny im Plauener Tor die Zähne ausbiss, ließ Teo Jezernik mit einem Effetroller seine Finesse aufblitzen (27:23). Die Gastgeber agierten gedanklich schneller. Und die Spitzenstädter hatten in Matevž Kunst eine „Maschine“, der in den entscheidenden Momenten den Nordlichtern mit drei Toren immer wieder Wirkungstreffer verpasste. „Davon haben wir uns nicht erholt, obwohl wir noch einmal versucht haben, uns aufzubäumen“, gratulierte HSG-Coach Mirko Spieckermann den Plauenern zum Sieg. Oberlosas Roman Becvar beantwortete die offene Manndeckung der Gäste zweieinhalb Minuten vor Ultimo mit dem 33:28. Der Rest war quasi Schaulaufen bei höchster Drehzahl.
Kommenden Samstag muss der SV 04 Oberlosa um 19 Uhr in der Wolfgang-Lakenmacher-Halle beim SC Magdeburg II antreten. Die Gastgeber haben derzeit den torgefährlichsten Angriff der Liga und sind Tabellendritter.
Statistik
SV 04 Oberlosa: Foluszny, Ebert – Stäglich (7 Tore), Kunst (7), Hanisch (4), Jezernik (5), Petrovský (2), Chobot, Schauer, Becvar (2), Olkowski, Malta (1), Puljic (4), Naumann (2/davon 1 Siebenmeter).
Schiedsrichter: Philipp Etzold, Lennard Zerlin
Zeitstrafen: Oberlosa 4 / Ostsee 4
Siebenmeter: Oberlosa 1/1 / Ostsee 5/5
Zuschauer: 463 (kare)