Aufholjagd bleibt unbelohnt

Aufholjagd bleibt unbelohnt

SV 04 Oberlosa – DHK Flensborg 28:29

 

Eine ganz bittere Heimniederlage musste der SV 04 Oberlosa am Samstagabend hinnehmen. Nach zwischenzeitlichen sechs Toren Rückstand glichen die Spitzenstädter noch aus, kassierten jedoch vier Sekunden vor Ultimo noch den Knockout.

Die bereits einen Tag vorher angereisten Flensborger zeigten sich vor 609 Zuschauern in der Kurt-Helbig-Halle von Beginn an hellwach. Insbesondere Keeper Rune Hauenstein brachte die Spitzenstädter in der Anfangsphase zur Verzweiflung. Die Plauener mussten neben den Langzeitverletzten Schneider und Nedoma kurzfristig auch auf Leos Petrovsky (Hexenschuss) und Franz Schauer (Verletzung beim Abschlusstraining) verzichten. Dennoch funktionierte der Abwehrverbund der 04er gegen die offensivstarken Gäste vorzüglich. „Insgesamt mit der Defensive und mit dem Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter war das von Beginn an richtig gut“, erklärte SV-Trainer Ladislav Brykner. „Unser großes Manko war die Chancenverwertung“, so der Coach. Bis zur 20.Spielminute entwickelte sich so beim Zwischenstand von 6:9 eine extrem torarme Begegnung. Bis zur Pause konnten die Spitzenstädter nicht die nötige Durchschlagskraft im Angriff entwickeln. So nahmen die 04er einen 9:13-Rückstand mit in die Kabinen und starteten die zweite Hälfte nach einer Zeitstrafe gegen Petar Puljic in Unterzahl.

Die Nordlichter nutzten die numerische Überlegenheit konsequent und bauten den Abstand auf 9:15 aus. In der Folge begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Vogtländer warfen alles in die Waagschale, konnten den Rückstand auch beim 17:23 nach etwa dreiviertel der Spielzeit jedoch nicht verkürzen. Insbesondere DHK-Rückraumspieler Thilo Knutzen sorgte mit seinen Toren dafür, dass die Flensborger ihre klare Führung behaupten konnten. „Gegen ihn fanden wir nur selten ein Mittel“, konstatierte Brykner. Der 2,13m große Knutzen stand am Vortag noch in der Bundesliga für die SG Flensburg-Handewitt bei der MT Melsungen auf dem Parkett und avancierte in Plauen mit 12 Toren zum überragenden Spieler seines Teams. Angetrieben von einer erneut sensationellen Kulisse bewiesen die Schwarz-Gelben jedoch enormen Willen und verkürzten in der Folge auf 22:26. Hinten rührten die Vogtländer nun endgültig Beton an und vorne trafen Aleksander Olkowski und Sebastian Naumann zum 24:26. Zwei starke Paraden von SV-Keeper Patryk Foluszny nutzen seine Vorderleute in Person von Matevz Kunst und Libor Hanisch zum 26:26-Ausgleich. „Dort verpassen wir es in Führung zu gehen“, trauerte Brykner nach dem Spiel einer vergebenen Großchance nach. Der ebenfalls Bundesligaerfahrene Jonas Rhitaphorn und natürlich Knutzen sorgten zwei Minuten vor Ultimo für die erneute 26:28-Führung der Norddeutschen. Erneut gelang Plauen der Anschluss und beim 28:28-Ausgleich durch Patrik Chobot bebten die Grundmauern der altehrwürdigen Kurt-Helbig-Halle. Den folgenden Angriff der Flensborger parierte erneut Foluszny und den 04ern bot sich so sogar noch die Gelegenheit zum Siegtreffer. „Nach dem Spielverlauf wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Wir bekommen etwa zwanzig Sekunden vor dem Ende den Ball. Ich wollte kurz vor Schluss noch die Auszeit nehmen um den Gegner nicht mehr in Ballbesitz kommen zu lassen. Ich hätte die Auszeit früher nehmen müssen, das geht auf meine Kappe. Dass wir diesen letzten Angriff aber nach wenigen Sekunden aus schlechter Position abschließen, das darf nicht passieren“, schüttelte der Coach den Kopf. Flensborg kam so noch zu einem letzten Angriff und traf vier Sekunden vor Ultimo zum 28:29. Nach einiger Zeit des Sammelns konstatierte Brykner, „dass wir wieder eine unglaubliche Moral bewiesen haben. Dafür können wir uns jedoch nichts kaufen. Die Halle hat wieder gekocht und uns immer wieder angetrieben. Wir müssen das Positive mitnehmen, das war unsere Leistung in der zweiten Hälfte. Jetzt haben wir zwei Wochen Pause und dann müssen wir am 13.Dezember zu Hause gegen Leipzig gewinnen. Bis dahin sollte auch der ein oder andere Spieler wieder in den Kader zurückkehren“.

Oberlosa: Ebert, Foluszny; Stäglich, Kunst (10 Tore), Hanisch (4), Jezernik (1), Chobot (4), Meckel (1), Becvar (1), Olkowski (3), Malta, Puljic, Naumann (4/ davon 2 Siebenmeter)

Zuschauer: 609

 

–RM–

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