Rückschlag für den SV 04 Oberlosa

Rückschlag für den SV 04 Oberlosa

Rückschlag für den SV 04 Oberlosa im Drittliga-Abstiegskampf. Die Plauener Handballer unterlagen in eigener Halle gegen die HG Hamburg-Barmbek mit 29:31 (15:17). „Das ist besonders bitter, weil wir heute mit einem Sieg den Klassenerhalt eigentlich in der Tasche gehabt hätten. Jetzt wird alles noch einmal richtig spannend“, ärgerte sich Matevž Kunst (14 Tore). Der Topscorer der Nordoststaffel hat bereits 216 Treffer auf seinem Konto. Doch gegen Hamburg durchbrachen die Oberlosaer die 30-Tore-Schallmauer nicht. Und dann wird es in dieser Tempoliga immer schwer, zu gewinnen.

Mit der Schlusssirene sah man die Fragezeichen in den Plauener Gesichtern. Nach den starken Leistungen in den vorangegangenen Spielen hatte selbst „Handball-Professor“ Jörg Grüner keine schnelle Antwort. „Wir müssen genau analysieren, woran es gelegen hat. Am Kampfgeist oder fehlender Fitness liegt es nicht. Es ist schwierig, bei so einem engen Spiel gleich eine einfache Erklärung zu finden“, stellte der Co-Trainer fest.

In der Tat: Das Spiel auf Augenhöhe bestimmte zunächst Oberlosa. Über die Stationen 6:3, 10:8, 13:10 und 14:13 marschierten die Gastgeber zwar bis zur 24. Minute vorne weg. „Aber das wirkt heute alle so fahrig“, haderte Spielbetriebs-Geschäftsführer Lutz Petzoldt bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Gesamtperformance der Oberlosaer. Mal zündeten die Plauener den Turbo. Dann brachte sich der SV 04 durch unpräzise Würfe oder technische Fehler selbst wieder aus der Fassung. Anders dagegen die Gäste.

Die Hamburger waren bereits einen Tag früher angereist. HG-Rückraumschütze Tim Stapenhorst verriet nach Spielschluss: „Wir haben uns akribisch auf Plauen vorbereitet. Wir wussten, dass die Halle bebt, wenn Oberlosa mal zwei, drei Tore in Folge macht. Dann mussten wir den Lauf der Gastgeber mit allen Mitteln unterbinden.“ Bemerkenswert: Obwohl beide Teams verbissen um jeden Millimeter kämpften, ging es bei nur drei Zeitstrafen (Oberlosa 2, Hamburg 1) nicht über die Grenze des Erlaubten. Vor der Pause wendete sich das Blatt. Barmbek ging in Führung und Tim Stapenhorst netzte zum 15:17-Halbzeitstand ein.

Auch in der zweiten Halbzeit fehlte dem SV 04 Oberlosa die Konstanz. Da bejubelten die 616 Zuschauer zum einen die Ausgleichstreffer von Lukas Meckel (17:17/18:18), Patrik Chobot (25:25) und Franz Schauer mit Platzwunde an der Schläfe (26:26). Gleichzeitig gerieten die Plauener aber auch wieder in Rückstand (19:23, 26:28). Und so zuckelte der Plauener Endspurtexpress mit zwei Toren Rückstand über die Ziellinie, weil die Hamburger einfach immer Widerstand leisteten. Hinzu kam, dass die SV-Torhüterleistungen von Patryk Foluszny und Henric Ebert diesmal auch nicht auf dem obersten Level eingestuft werden konnten. Das Plauener Außenspiel brachte ebenfalls wenig Wirkungstreffer ein.

Gästetrainer Mirco Demel war happy: „Die Kulisse in Plauen war schon beeindruckend. Aber wir haben uns die zwei Punkte geholt und liegen nun in der Tabelle einen Zähler vor Oberlosa.“ Die Spitzenstädter rangieren jetzt drei Spieltage vor Schluss drei Punkte über dem Strich. Das Team von Cheftrainer Ladislav Brykner muss nun zweimal auswärts bei der DHK Flensborg und beim SC DHfK Leipzig II ran. In der Auswärtsbilanz bringt es Oberlosa bislang nur auf 4:22 Zähler. Da ist klar wie schwer diese beiden Spiele werden. Viele Fans hatten gehofft, dass nicht bis zur letzten Minute gezittert werden muss. Am 30. Spieltag (9. Mai) empfängt Oberlosa den TSV Altenholz in Plauen.

Statistik
SV 04 Oberlosa: Patryk Foluszny, Henric Ebert – Stäglich (3), Kunst (14/davon 4 Siebenmeter), Jezernik (1), Trommer-Ernst (1), Tektel, Chobot (1), Schauer (1), Meckel (4), Becvar (3), Olkowski (1), Malta, Puljic, Naumann
Schiedsrichter: Rick Ehrenpfordt, Manuel Haas
Zeitstrafen: Oberlosa 2, Hamburg 1
Siebenmeter: Oberlosa 4/davon 4 verwandelt / Hamburg 3/3
Zuschauer: 616 (kare)

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