Plauen holt sieben Tore auf und verliert dann trotzdem

Plauen holt sieben Tore auf und verliert dann trotzdem

SV 04 Oberlosa geht mit 34:37-Heimniederlage gegen Oranienburg von der Platte

Lange Gesichter in Plauen. Die Handballer haben einen Sieben-Tore-Rückstand aufgeholt und dann trotzdem verloren. Der kurzzeitige Höhenflug ist beendet. Für den SV 04 Oberlosa geht es nach der 34:37-Heimniederlage (17:21) gegen den Oranienburger HC im Tabellenmittelfeld der 3. Bundesliga weiter. Die 545 Zuschauer bekamen in der Kurt-Helbig-Sporthalle 60 Minuten lang Vollgashandball geboten. Das war richtig rassig!

Allerdings startete der SV 04 zunächst mit Ladehemmung. Tim Stäglich (gehalten), Matevž Kunst (Latte) und Franz Schauer (vorbei) trafen nicht. Mit einem Rückstand begann das Rennen. Die erste Miniaufholjagd der Plauener war erfolgreich. Tim Stäglich traf zum 5:5-Ausgleich. Acht Minuten waren gespielt. Das enorme Tempo der Gäste anzunehmen, es fiel die Spitzenstädtern schwer. Man spürte den Druck. Oberlosa wollte unbedingt gewinnen. Da fehlte manchmal ein wenig die geistige Frische, mit denen das Team zu Saisonbeginn Hildesheim, Rostock und Stralsund überraschte. Die Folge waren hohe Rückstande: 8:14, 10:16 und sogar 11:18 hatte es gestanden.

Oberlosa holte diesen Sieben-Tore-Rückstand halbzeitübergreifend auf. Das war bemerkenswert wie Sebastian Naumann (11 Treffer), Matevž Kunst (9) und Aleksander Olkowski (6) ihr Team mitrissen. Nach 35 Minuten führten die Hausherren urplötzlich mit 22:21. Der Oberlosaer Vorteil: Die Torgefahr kam wie aus einer Gießkanne von allen Seiten. Den Kraftakt zogen die Oberlosaer bis zum 30:29 durch. „Aber wir haben wohl in der Spielzeit zuvor zu viele Körner verloren. Der Sieben-Tore-Rückstand war eine zu große Hypothek“, resümierte Co-Trainer Jörg Grüner. Der Oberlosaer Handballprofessor musste genau wie das Publikum hilflos mit ansehen, wie den Plauenern in den letzten zehn Minuten das Zielwasser ausging.

Gleichzeitig schwang sich Gästekeeper Paul Porath zu einer überragenden Schlussleistung auf. TV-Experte Rico Michel stellte fest: „Unsere Torhüterleistung von Henric Ebert war sehr gut. Aber Oranienburg hatte noch zehn Paraden mehr zu verbuchen.“ Und Spielbetriebs-Geschäftsführer Lutz Petzoldt stellte fest, „dass wir bei diesem Wahnsinnstempo zu viele klare Würfe vergeben haben. Das hat dann hinten raus nicht mehr gereicht.“

SV-Kapitän Libor Hanisch war traurig: „Das hätte nicht sein müssen. Aber am Ende müssen wir klar sagen, dass Oranienburg an entscheidenden Stellen einen Tick besser war.“ So gratulierte SV-Cheftrainer Ladislav Brückner dem Gästecoach Armands Uscins zu zwei Auswärtspunkten, „die wir verloren haben, weil wir den Gast durch unsere Fehler ins Spiel gebracht haben. Oranienburg ist ein Dauerbrenner in der 3. Bundesliga. Das Team war heute unglaublich clever. Das müssen wir anerkennen und daraus lernen.“ (kare)

Statistik
SV 04 Oberlosa: Foluszny, Ebert – Stäglich (4 Tore), Kunst (9), Hanisch (1), Jezernik (1), Petrovský, Chobot, Schauer (1), Becvar (1), Olkowski (6), Malta, Puljic, Nedoma, Naumann (11/davon 4 Siebenmeter)
Schiedsrichter: Zeki Kaplan, Benjamin Scheld
2-Minuten-Strafen: Oberlosa 4 / Oranienburg 3
Rote Karte: Fabian Plaul (8.min/Oranienburg, Foulspiel)
Siebenmeter: Oberlosa 4/davon 4 verwandelt / Oranienburg 4/4
Zuschauer: 545 (kare)

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