(07.03.2020) Oberlosa verliert Heimspiel

(07.03.2020) Oberlosa verliert Heimspiel

Text Karsten Repert // BLICK

Oberlosa verliert gewonnen geglaubtes Heimspiel

SV 04 scheitert beim 22:23 gegen Apolda an eigener Fehlerquote

Auf der Zielgeraden geht dem SV 04 Oberlosa die Luft aus. Die Plauener Handballer verloren am Samstagabend ihr bereits gewonnen geglaubtes Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten HSV Apolda mit 22:23 (9:8). Während die kampfstarken Gäste jetzt komfortable sechs Punkte Vorsprung haben auf einen Abstiegsplatz und als fast gesichert gelten, rücken für den ambitionierten SV 04 Oberlosa die anvisierten Medaillenplätze bei drei Zählern Rückstand erst einmal in die Ferne. Die Thüringer konnten ihr Glück kaum fassen. HSV-Trainer Patrick Schatz wirkte nach der Schlusssirene entsprechend überschwänglich: „Wir sind ja auswärts eher schwach. Aber wir haben nach dem Drei-Tore-Rückstand nie aufgesteckt und dass wir so zurückkommen und es am Ende sogar zum zweiten Auswärtssieg reicht, das ist einfach nur phänomenal.“

Oberlosa verschläft die Anfangsphase: 0:4!

Dabei hatte der Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Bernd Märtner in seiner Begrüßungsrede den 444 Zuschauern noch angekündigt: „Wir wollen im Kampf um Platz drei noch einmal angreifen.“ Seine Worte verhallten. Vom Anwurf weg unterliefen dem Gastgeber Fehler über Fehler. Louis Hertel, Jakub Kolomaznik, Torsten Wetzel, Andreas Weikert, Linus Roth und nochmals Torsten Wetzel leisteten sich beim Abspiel oder im Abschluss Schwächen. Cheftrainer Petr Hazl war fassungslos: „Wie jeder gesehen hat, haben wir gar nicht mitbekommen, dass das Spiel begonnen hatte. Ich musste nach 7:39 Minuten die erste Auszeit nehmen.“ Nach dem Trainerweckruf fuhren die Hausherren den Motor nach und nach in den Überholmodus. Dieser Drehzahlbereich machte den Gästen zu schaffen. Oberlosa holte den 0:4-Rückstand (9.) binnen 13 Minuten auf. Nach dem 6:6-Ausgleich durch Philip Trommer-Ernst (22.) verwandelte Denny Mertig (30.) kurz vor der Halbzeitpause einen Siebenmeter zum 9:7. Doch der Apoldaer Slobodan Veselinovic zeigte mit seinem direkt verwandelten Freiwurf zum 9:8-Pausenstand das Problem der Hausherren auf. So richtig mit einhundert Prozent bei der Sache ist das Team aktuell nicht. Zwölf Fehlangriffe standen im ersten Abschnitt zu Buche.

SV 04 bricht in Schlussviertelstunde ein

Dass die Plauener Fehlerquote auch im zweiten Abschnitt hoch sein sollte, darauf deutete bei Wiederanpfiff gar nichts hin. Marc Multhauf (37./13:10) sorgte für die erste Drei-Tore-Führung. Diesen Vorsprung hielten die Plauener ohne zu glänzen bis zum 18:15-Zwischenstand (45.). Keiner weiß, was dann passierte in den Köpfen der Vogtländer. Binnen acht Minuten war die Führung futsch. Apolda kämpfte unverdrossen und spielte jetzt auch toll. Oberlosa scheiterte an einfachsten Abspielen. „Wir waren am Anfang und am Ende völlig von der Rolle“, musste SV-Coach Petr Hazl im Nachgang eingestehen. Symptomatisch für das ganze Spiel erlebten die Plauener Fans den Schlussakkord. Mit dem letzten von insgesamt acht Siebenmetern scheiterte Denny Mertig 70 Sekunden vor Schluss beim Stand von 22:23 am HSV-Keeper Igor Toskoski. Den Gegenangriff parierte SV-Keeper Max Flämig. Doch der folgende Anlauf endete mit einem Abspiel von Sebastian Duschek. Schlusssirene, Gästejubel! Der SV 04 Oberlosa muss nach dieser Niederlage aufpassen, dass er in den letzten fünf Spielen nicht noch „durchgereicht“ wird. Apolda hat als Tabellenzehnter nur drei Punkte weniger als die Plauener (aktuell 5. Platz) auf dem Konto.

Statistik

SV 04 Oberlosa: Flämig, Petzoldt; Kveton (4 Tore), Wetzel (1), Weikert (1), Roth (3), Trommer-Ernst (1), Mertig (7/davon 7 Siebenmeter), Richter (1), Duschek, Hertel (2), Kolomaznik, Multhauf (2), Rahn.

Zuschauer: 444

(kare)