Niederlage gegen Ligakrösus

Niederlage gegen Ligakrösus

Plauener machen es den Hildesheimern schwerer als erwartet

War das gut oder schlecht? Beim SV 04 Oberlosa war man nach der 21:28-Heimniederlage (9:13) gegen den derzeitigen Ligakrösus Eintracht Hildesheim gleich aus mehreren Gründen hin und her gerissen.

Nach Minuspunkten sind die Handballer von Eintracht Hildesheim derzeit Tabellenführer in der 3. Bundesliga, Staffel C. Dem Schlusslicht in Plauen attestierte Gäste-Trainer Jürgen Bätjer „eine sehr beherzte Leistung. Wir hatten immer wieder Probleme und freuen uns über die spektakuläre Torwartleistung von Konstantin Madert.“ Der Eintracht-Schlussmann wehrte gleich die ersten sechs Oberlosaer Angriffe ab, doch die schwer coronageschwächten Hausherren kämpften am Samstagabend wirklich bis zum Umfallen. So gerieten die Spitzenstädter zwar zunächst mit drei Toren in Rückstand. Doch dann sorgten Ladislav Brykner (2) und Carsten Märtner für den umjubelten 5:5-Ausgleich.

Sieben Eigengewächse im Oberlosaer Kader

Dass in einem Drittligaspiel des SV 04 mit Erik Petzoldt, Max Flämig, Rico Englert, Carsten Märtner, Philip Trommer-Ernst, Florian Wokan und Louis Hertel auf einmal gleich sieben Oberlosaer Eigengewächse im Kader stehen würden, das hätte niemand für möglich gehalten. Es ist für alle Nachwuchstrainer der vergangenen zwei Jahrzehnte und für den Gesamtverein die verdiente Würdigung. Allerdings muss in diesem Zusammenhang eben auch erwähnt werden, dass wegen Coronaerkrankungen und Verletzungen neben Cheftrainer Petr Hazl sieben Spieler ausfielen. Co-Trainer Pierre Liebelt-Passarge ordnete deshalb das Endergebnis „als sehr ordentlich ein, wenngleich es trotzdem eine Niederlage bleibt. Freude ist also unangebracht. Aber Hoffnung macht der heutige Auftritt schon“, bestätigte der Assistent die gute Leistung der Spitzenstädter. Und Pierre Liebelt-Passarge fügte hinzu: „Wir hätten in der ersten Halbzeit sogar noch zwei, drei Situationen besser lösen können. Dann hätten wir noch länger mitgehalten.“

 

Kempa-Trick: „Tor des Tages“ erzielen Carsten Märtner und Florian Wokan
Eintracht Hildesheim kam nach neun Tagen Trainingspause und nur zwei Tagen Spielvorbereitung erst in Spielminute 18 besser in Tritt. Die Gäste mussten ebenso einige Coronaausfälle verkraften. Lothar von Hermanni (3) und der ehemalige Champions League-Spieler Marko Matic netzten im Zwischenspurt zum 5:9 ein. Obwohl dem SV 04 im ersten Geisterspiel der Vereinsgeschichte die Fans auf der leeren Tribüne merklich fehlten, ließen sich die Vogtländer nicht abschütteln. Zum „Tor des Tages“ schwangen sich Carsten Märtner und Florian Wokan (7:10) per Kempa-Trick auf. „Schade, dass wir noch nicht einmal Fans als Geräuschkulisse einspielen durften. In dieser Zeit ist wirklich nichts normal“, stellte TV-Kommentator Jörg Scholz im Livestream die merkwürdige Schiedsrichterentscheidung in Frage. Sei es drum. Oberlosa kämpfte nach dem 9:13-Pausenrückstand zwischenzeitlich mit zu stumpfen Waffen und geriet nach dem 10:13 durch Carsten Märtner (31.) binnen sieben Minuten mit 10:18 in Rückstand.

 

Gäste-Trainer Jürgen Bätjer: „Oberlosa hat Potenzial!“

Jetzt drohte Oberlosa auseinanderzubrechen. Doch auch die Zwischenstände von 13:22 (46.) und 17:27 (53.) konnten den Widerstand der Hausherren nicht brechen. Jan Skalda verkürzte für die Plauener in der letzten Minute auf 21:27, bevor Lothar von Hermanni nach der Schlusssirene per Siebenmeter den 21:28-Endstand herstellte. Student Carsten Märtner wird diesen Tag bestimmt nie vergessen: „Wir alle haben dafür Jahre lang trainiert, einmal gegen solch eine Mannschaft zu spielen. Und dass ich heute 55 Minuten Einsatzzeit bekommen habe, freut mich riesig.“ Eintracht Hildesheim verabschiedete sich mit dem klaren Bekenntnis aus Plauen: „Wir wollen in die 2. Bundesliga aufsteigen und wünschen dem SV 04 Oberlosa viel Erfolg im Abstiegskampf. Potenzial hat diese Mannschaft. Das wurde heute sehr deutlich“, lobte Gäste-Trainer Jürgen Bätjer.

 

SV 04 Oberlosa: Petzoldt, Vaicekauskas, Flämig – Englert, Roth, Skalda (1 Tor), Märtner (3), Trommer-Ernst, Wokan (1), Brykner (5), Richter (2), Duschek, Hertel (2), Kolomaznik (5), Naumann (2/davon 1 Siebenmeter). Zuschauer: 0 (aufgrund Coronaschutzverordnung)

 

— kare —
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