Handball – Oberliga / Männer

Oberlosa sammelt Big Points

Sportfreunde Söhre – SV 04 Oberlosa 28:35

 

Der SV 04 Oberlosa hat in der 3.Handball-Bundesliga ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt. Beim direkten Konkurrenten, den Sportfrreunden Söhre, setzten sich die Plauener souverän mit 35:28 durch und bauten den Abstand auf die Abstiegsplätze vier Spieltage vor Schluss auf vier Punkte aus.

Vor 405 Zuschauern in der Steinberg-Sporthalle in Diekholzen im Großraum Hildesheim hatten die Gastgeber die Partie als letzten Strohhalm im Kampf um den Ligaverbleib bezeichnet. Entsprechend engagiert gingen die Niedersachsen in die Partie. Die Plauener hatten zunächst große Probleme, sich auf die Linie der beiden Unparteiischen einzustellen und kassierten in den ersten fünfzehn Minuten gleich vier Zeitstrafen und eine Rote Karte gegen Teo Jezernik. Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren klar mit 10:6. „Dass es nach diesen vielen Strafen nur vier Tore Rückstand waren, das war noch das Beste an der Anfangsphase. Wir haben dann einen kühlen Kopf bewahrt, haben disziplinierter verteidigt und uns Schritt für Schritt wieder herangekämpft“ stellte der Plauener Trainer Ladislav Brykner später in der Analyse fest. In der Tat machten sich die Vogtländer an die Aufholjagd und stellten durch Tim Stäglich den Anschluss zum 10:11 her. Die 04er stellten fortan eine starke Defensive und hatten in Henric Ebert einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten. Petar Puljic glich zum 14:14 aus und in den verbleibenden Minuten bis zum Pausentee sorgten Matevz Kunst, erneut Stäglich und Franz Schauer für eine 17:14-Führung der Spitzenstädter.

Der Start in die zweite Hälfte gelang den Plauenern perfekt, mit drei Treffern in Folge schraubten die Schwarz-Gelben den Abstand auf 20:14. Angetrieben von einer lautstarken Kulisse wollten sich die Niedersachsen jedoch keinesfalls geschlagen geben und verkürzten wieder zum 17:20. „Wie wir in dieser heißen Atmosphäre dann cool geblieben sind, das macht mich stolz. Wir waren weiterhin sehr diszipliniert und haben uns vorentscheidend abgesetzt“, erklärte Brykner. Angeführt vom überragenden Roman Becvar (9 Tore) und dem in Abwehr wie Angriff überzeugenden Franz Schauer (7), legten die Plauener einen fünf Tore Lauf auf das Parkett und bauten den Abstand so auf 25:17 aus. In der Folge spielten die 04er die Partie souverän herunter, behaupteten stets einen klaren Vorsprung und feierten am Ende einen ebenso deutlichen wie verdienten Auswärtssieg. „Der Sieg geht aus meiner Sicht auch in der Höhe in Ordnung. Wir haben stark verteidigt und Henric Ebert hat seine aufsteigende Form der letzten Wochen heute über sechzig Minuten eindrucksvoll untermauert. Im Angriff haben wir gegen verschiedene Deckungssysteme der Hausherren immer wieder Lösungen gefunden. Ich bin heute sehr zufrieden“, jubelte Brykner nach der Partie.

Am kommenden Samstag erwarten die Schwarz-Gelben im vorletzten Heimspiel der Saison mit der HG Hamburg-Barmbek den nächsten direkten Konkurrenten in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle. Mit einem vollen Erfolg können die 04er einen ganz entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen.

 

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich (6 Tore/ davon 2 Siebenmeter), Kunst (5), Jezernik, Trommer-Ernst (2), Petrovsky (4), Tektel, Chobot, Schauer (7), Meckel, Becvar (9), Olkowski, Malta, Puljic (2)

 

Zuschauer: 405

 

–RM–

Handball – 1. Männer | Die Wochen der Wahrheit

Handball – 3.Bundesliga / Männer

Die Wochen der Wahrheit

Für den SV 04 Oberlosa stehen in der 3. Handball-Bundesliga noch fünf Spiele auf dem Plan und es beginnen die Wochen der Wahrheit. Vier Partien gegen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt und das letzte Saisonspiel gegen die Spitzenmannschaft vom TSV Altenholz lassen den Spannungspegel in die Höhe schnellen.

Den Auftakt in die entscheidende Saisonphase bildet am Samstag das Duell bei den Sportfreunden Söhre. In der Steinberg-Halle in Diekholzen ertönt um 19:30 Uhr der Anpfiff zum Duell des Tabellenfünfzehnten (12:38 Punkte) aus Niedersachsen und dem Tabellenzwölften (16:34) aus dem Vogtland.

„Für Söhre ist es wohl die letzte Chance, noch einmal in den Kampf um den Klassenerhalt einzugreifen. Von daher erwartet uns dort eine schwierige Aufgabe“, erklärt der Plauener Coach Ladislav Brykner. Mit drei Zählern Vorsprung auf den ersten Schleudersitz in die Regionalliga gehen die Schwarz-Gelben in der Schlussphase der Saison. In Söhre (15.Platz), zu Hause gegen Hamburg-Barmbek (11.), in Flensborg (10.), in Leipzig (16.) und zum Abschluss zu Hause gegen Altenholz (6.) wollen und müssen die Plauener die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen. „Wir schauen nicht auf das Restprogramm und auch nicht auf die Konkurrenz. Wir haben alles in der eigenen Hand und konzentrieren uns jetzt ausschließlich auf die Partie am Samstag. Jeder Punkt bringt uns dem großen Ziel näher“, macht Brykner deutlich.

Gute Erinnerungen haben die 04er an das Hinspiel, welches mit 36:30 gewonnen wurde. „Das stand lange auf Messer`s Schneide, am Ende hatten wir mehr zum zusetzen“, erinnert sich Brykner.

Auf einen ähnlichen Spielverlauf hofft man bei den 04ern natürlich auch diesmal. Alle Plauener Fans, die nicht vor Ort sein können, können natürlich auch diesmal bei sporteurope.tv mitfiebern.

 

–RM–

Oberlosa holt weitere Verstärkung

Beim Handball-Drittligisten SV 04 Oberlosa nimmt der Kader für die neue Saison weiterhin Formen an. Mittlerweile präsentieren die Schwarz-Gelben den dritten Neuzugang für die kommende Spielzeit, mit Franz Häcker kommt von der U23 des SC DHfK Leipzig ein durchsetzungsstarker Rückraumspieler in die Spitzenstadt.

In der aktuellen Drittliga-Saison belegt Häcker mit 153 Toren derzeit den siebten Platz der Torschützenliste der Staffel Nord-Ost. Den 1,93m großen Rechtshänder zeichnen seine Dynamik und sein eins gegen eins Verhalten aus. „Franz kennt die 3.Liga, ist sehr torgefährlich und kann hohes Tempo gehen. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil und wir treiben die Verjüngung der Mannschaft konsequent voran“, zeigt sich der Plauener Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt zufrieden mit dem Transfer. Dem Plauener Publikum dürfte der Neuzugang noch aus den Relegationsspielen im Vorjahr bekannt sein. Damals noch im Trikot des HC Burgenland machte der Rückraumakteur mit insgesamt 14 Treffern den 04ern das Leben enorm schwer.

Häcker selbst freut sich auf die neue Aufgabe in der Spitzenstadt. „Ich habe ja schon öfters gegen Oberlosa gespielt. Nach den Gesprächen mit Lutz Petzoldt war mir klar, dass ich nach Plauen wechseln möchte. Nun kann ich es kaum erwarten, diese tollen Fans auch einmal im Rücken zu haben“, erklärt der 24-jährige. „Ich gehe sicher davon aus, dass mein neues Team den Klassenerhalt schafft. Dann ist es unser aller Ziel, in der neuen Spielzeit nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden und eine sorgenfreie Saison zu spielen“.

 

–RM–

 

Zweiter Neuzugang für Oberlosa

Der SV 04 Oberlosa bastelt weiter kräftig am Kader für die neue Spielzeit. Nach der Verpflichtung von Fabrice Oertel (HC Empor Rostock / A-Jugend) präsentieren die 04er nun einen weiteren jungen Neuzugang. Vom tschechischen Extraligisten SKP Frydek-Mistek wechselt mit dem 23-jährigen Mathias Choleva ein bärenstarker Rechtsaußen in die Spitzenstadt. Im Februar weilte der 1,86m große Linkshänder, der trotz seiner Jugend bereits über viel Erfahrung verfügt, zum Probetraining bei den Schwarz-Gelben und überzeugte die Verantwortlichen auf ganzer Linie. „Wir spielen nach dem langfristigen Ausfall von Miroslav Nedoma schon seit geraumer Zeit mit nur einem gelernten Rechtsaußen. Nach der Verletzung von Sebastian Naumann muss nun Philip Trommer-Ernst aus der zweiten Mannschaft aushelfen. Auf dieser Position war eine Verstärkung also zwingend nötig und ich bin sehr zufrieden, dass es gelungen ist, mit Mathias Choleva einen Top-Mann zu verpflichten“, erklärt Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt. „Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung. Die 3.Liga in Deutschland ist sehr stark, dort wird toller Handball gespielt“, erklärt Choleva, der von sich aus den Kontakt zu den Spitzenstädtern gesucht hat. „Wir haben in der Vorbereitung mit meinem bisherigen Klub bereits zwei Mal gegen Plauen gespielt. Der Zusammenhalt im Team hat mir super gefallen, auch meine Eindrücke beim Probetraining waren sehr gut“, so der Flügelflitzer. Angesprochen auf seine Stärken und Schwächen erklärt Choleva, dass „Konterspiel, Sprungkraft, Kondition und Wurfvariabilität“ zu den Stärken gehören. „Verbessern muss ich mich vor allem in der Defensive“, weiß der 23-jährige, der bei den Plauenern einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat.

–RM–

Zwei Führungsspieler bleiben an Bord

Beim Handball-Drittligisten SV 04 Oberlosa nimmt der Kader für die neue Saison immer mehr Formen an. Da es im Sommer auch einige Veränderungen geben wird, freut man sich bei den 04ern, dass zwei absolute Führungsspieler ihre Verträge um ein Jahr verlängert haben.

Sowohl Kapitän Libor Hanisch als auch Spielmacher Roman Becvar setzten ihre Unterschrift unter ligaunabhängige Ein-Jahres-Verträge. „In unserem Alter macht man nur noch Verträge über ein Jahr“, lacht das beim Plauener Publikum beliebte Tschechen-Duo. Der seit kurzem 35 Jahre alte Hanisch wechselte 2022 vom Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV in die Spitzenstadt und zählt zu den dienstältesten Akteuren im Plauener Kader. Der noch ein Jahr ältere Becvar kam im Vorjahr aus Luxemburg zu den Schwarz-Gelben.

„Libor ist ein absoluter Kämpfer, ein Vorbild, das weder sich noch andere schont. Er wurde nicht umsonst vor der Saison zum Kapitän gewählt. Die Verpflichtung von Roman Becvar im Vorjahr war ein Volltreffer. Er spielt eine sehr starke Saison und ist ein echter Anführer. Es werden zur neuen Saison einige junge Spieler in die Mannschaft kommen. Man braucht jedoch auch ein gewisses Maß an Erfahrung. Wir sind sehr glücklich, dass sich beide dazu entschieden haben, weiterhin im Plauener Trikot aufzulaufen“, erklärt der Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt.

Angesprochen darauf, dass der Vertrag auch für die Regionalliga Gültigkeit besitzt, schütteln beide resolut den Kopf. „Wir bleiben drin, dafür haut die Mannschaft alles rein“, so die beiden Routiniers.

 

–RM–

 

Oberlosa und Aue werfen 86 Tore

86 Tore in einem Spiel. Das große Handballderby zwischen Plauen und Aue endete 38:48 (20:24). 850 Zuschauer erlebten in der ausverkauften Kurt-Helbig-Sporthalle das größte Schützenfest aller Zeiten.

Für den SV 04 Oberlosa war es das bislang spektakulärste Schützenfest in der 3. Bundesliga. Und für den EHV Aue genau die richtige Einstimmung auf die Entscheidungsspiele im Aufstiegskampf gegen die derzeit drittplatzierten Füchse Berlin II (1.4.) und Spitzenreiter Braunschweig (4.4.). Die Erzgebirger schraubten mit diesem 60minütigen Temposchaulauf ihren Tordurchschnitt auf 34 Treffer pro Spiel. Damit ist der EHV absolute Ligaspitze. Elffachschütze Paul Bones wusste aber direkt nach der Schlusssirene: „So viele Buden darfst du hinten nicht kassieren. Das ist einfach viel zu viel.“

In der Tat: Der EHV Aue hat auf dem Weg zurück in die 2. Bundesliga in dieser Spielzeit noch kein einziges Mal so viele Gegentore hinnehmen müssen. „Und deshalb will ich auch nichts von der Aufstiegsrunde hören. Wir müssen uns Spiel für Spiel die Siege erarbeiten“, forderte der Auer Cheftrainer Uwe Jungandreas. „Für mich ist Aue aber in dieser Verfassung derzeit klar die Nummer 1 der Liga“, stellte der Plauener Spielmacher Roman Becvar fest. Schon im Hinspiel rannte Oberlosa beim 24:34 dem Gegner zwei Schritte hinterher.

Dabei sah es 25 Minuten lang so aus, als könnten die Plauener der Auer Schlagzahl folgen. Wie bei einem Ruderbootrennen stieß der EHV den Verfolger immer wieder mit zwei, drei Toren ab. Doch die Vogtländer bissen sich wie so ein kleiner Terrier immer wieder fest. Matevž Kunst (12:13) und Leoš Petrovský (13:14/14:15) netzten für Plauen ein. Doch dann handelte sich Leoš Petrovský im Überschwang eine Rote Karte ein, weil er den Auer Paul Bones zu hart attackierte. Damit dezimierte sich der ohnehin schon kleine Oberlosaer Kader selbst. SV-Cheftrainer Ladislav Brykner musste eingestehen: „Wir lagen zur Pause noch in greifbarer Nähe, sind dann im zweiten Durchgang aber einfach zurückgefallen.“ SV-Kreisläufer Lukas Meckel (3 Tore) rückte genau wie Rechtsaußen Philip Trommer Ernst (4) aus der zweiten Mannschaft aus der Oberliga nach oben. Beide machten ihre Sache gut. „Aber gegen so einen Gegner sind dann eben sogar 38 geworfene Tore zu wenig“, ärgerte sich Lukas Meckel.

Der Plauener Co-Trainer Jörg Grüner analysierte das Spielgeschehen so: „In der Sechs- bis Neunmeterzone musst du gegen so einen Gegner im Arm- und Oberkörperbereich einfach entschlossener zupacken. Unsere halbherzigen Abwehrversuche versetzten die Auer in die Lage, dass sie den Ball im letzten Moment doch noch zum Nebenmann brachten und dann auch unter Bedrängnis zielgenau zuschlugen“, resümierte Jörg Grüner. Neutrale Handballfreunde schnalzten mit der Zunge. Was Paul Bones (11), Francisco Pereira (8), Dieudonné Mubenzem (8), Justin Döbler (6) und Kevin Roch (6) in Plauen ablieferten, sieht man nicht aller Tage.

Gerade für Kevin Roch war es ein ganz besonderer Tag. Die Auer Handballlegende kehrte im letzten Sommer nach zwei Oberlosa-Jahren zurück in die Heimat. Der Linksaußen wurde von beiden Seiten mit tosendem Applaus begrüßt. „Wahnsinn. Was war das für ein Spiel? Wir müssen jetzt unbedingt unser Abwehrverhalten hinterfragen, sonst reißt unsere Serie nach 13 Siegen in Folge schon am kommenden Mittwoch“, spricht Kevin Roch Klartext. Seinem SV 04 Oberlosa wünscht der Plauener Ex-Kapitän alles Gute. Nach Matevž Kunst (10/davon 3 Siebenmeter) hat am Samstag auch Roman Becvar (6) seine Vertragsverlängerung bestätigt. Damit stürmen die Oberlosaer trotz enormer Personalsorgen mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge in die Schlussrunde. Jetzt kommen die Gegner, wo für Plauen was geht: Sportfreunde Söhre (11.04./A), Hamburg-Barmbek (18.04./H), Flensborg (25.4./A), SC DHfK Leipzig II (3.5./A), TSV Altenholz (9.5./H).

Statistik
SV 04 Oberlosa: Ebert, Foluszny – Stäglich (1 Tor), Kunst (10/davon 3 Siebenmeter), Ernst (4), Petrovský (3 – 25. Rote Karte), Chobot (1), Schauer (6), Meckel (3), Becvar (6), Olkowski (2), Malta, Puljic (2).
EHV Aue: Priskus, Mohs (1) – Pfeil (4), Roch (6), Sánchez, Pereira (8/1), Mubenzem (8), Bones (11/1), Voß (1), Swat (2), Döbler (6), Paraschiv, Hofmann, Lange (1).
Schiedsrichter: Fabian Schwarz, Arthur Krispenz
Siebenmeter: Oberlosa 4/davon 3 verwandelt, Aue 3/2
Zeitstrafen: Oberlosa 4, Aue 3
Rote Karte: Petrovský (25., Oberlosa, grobes Foulspiel),
Zuschauer: 850 (ausverkauft). (kare)

1. Männer bejubelt Heimsieg gegen SC Magdeburg II

Das war ein wildes, ein irres, ein richtig abgefahrenes Handballevent. Am Ende feierte der SV 04 Plauen-Oberlosa vor 547 begeisterten Zuschauern den 38:36-Befreiungsschlag gegen den SC Magdeburg II. Im Abstiegskampf der 3. Bundesliga rangieren die Vogtländer jetzt sechs Spieltage vor Saisonende vier Punkte über dem Strich.

Das ging alles so schnell. Dieses Match bot durchgängig, was diesen Sport so attraktiv macht. Mal lag Oberlosa 9:6 (14.) vorne. Dann rannten die Plauener einem 12:16-Rückstand (23.) hinterher. Obwohl SV-Schlussmann Henric Ebert in dieser Phase acht klasse Paraden aus dem Hut zauberte, fanden die Hausherren gegen den brutalen Tempohandball der Magdeburger vorübergehend kein Mittel. „Das ist der Nachwuchs des vermutlichen Deutschen Meisters. Da darfst du dir im Angriff nicht so viele Fehler wie wir“, stellte SV-Coach Ladislav Brykner im Nachhinein fest.

Doch der Plauener Coach und sein Co-Trainer Jörg Grüner antworteten mit einer Geheimwaffe. Wegen der Oberlosaer Personalnot wurde das Eigengewächs Philip Trommer-Ernst aus der zweiten Mannschaft nach „oben“ delegiert. Der Rechtsaußen traf zum 16:17 und auf Linksaußen legte mit Tim Stäglich ein weiteres Eigengewächs den 17:17-Ausgleich nach. Unglaublich: Nach dem 19:20-Pausenrückstand wendeten mit Kreisläufer Lukas Meckel und Philip Trommer-Ernst zwei waschechte Plauener das Blatt und nach dem 21:20 drehten Franz Schauer und Matevž Kunst auf. Das 26:22 (38.) erwies sich allerdings auch nur als Momentaufnahme.

Der SC Magdeburg II schaffte den 27:27-Ausgleich (43.). „Aber in jener Situation sind wir nicht wieder eingebrochen. Wir waren hellwach und sind die hohe Schlagzahl mitgegangen“, ballte der erfolgreichste Oberlosaer Werfer Matevž Kunst die Faust. Völlig verrückt: Der Plauener Spielmacher Roman Becvar hatte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit am Wurfarm verletzt und musste mit starken Schmerzen sogar kurz in der Kabine behandelt werden. Doch er kam zurück. „Ich wollte einfach helfen und habe diese zwei so wichtigen Tore zum 30:27 und 33:29 gemacht“, schilderte der Routinier seine Gedanken.

So ging es in den letzten acht Minuten so richtig ans Eingemachte. SCM-Trainer Christoph Theuerkauf stellte taktisch alles um. Der 57-fache Nationalspieler ließ die Magdeburger in offener Manndeckung noch einmal alles raushauen. Oberlosa ließ sich von dieser zusätzlichen Hektik infizieren und kassierte prompt das 35:34-Anschlusstor. Gästetrainer Christoph Theuerkauf kommentierte die Schlussminuten so: „Respekt Oberlosa. Das war ein geiles Spiel, wo meine junge Truppe viel dazugelernt hat. Wir haben alles gegeben, waren aber am Ende knapp unterlegen.“ Dazu muss man wissen, dass der SCM II auf vier Spieler verzichten musste, weil die A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft zeitgleich in Berlin ran musste. Magdeburg trat mit nur zehn Feldspielern in Plauen an. Das jedoch waren absolute Topleute.

Nach der Schlusssirene schwärmte das Publikum. Denn was zum Beispiel der trickreiche Magdeburger Jugendnationalspieler Phileas Daniel (9 Tore) auf die Platte brachte, war ganz sicher mehr als nur Drittliganiveau. Gerade erst 20 Jahre geworden, führte der Rückraumschütze Regie, während Philip Großmann (2 Tore) sein Debut im Männerbereich feierte. SCM-Coach Christoph Theuerkauf: „Ich bin ein mit der Leistung meiner Mannschaft zufriedener Trainer. Wir haben das Spiel verloren, aber wir fahren keineswegs als Verlierer aus Plauen zurück. Manchmal kann man Leistungen nicht mit Punkten bewerten. Und Plauen hat das hintenraus richtig gut gemacht.“

Statistik:

SV 04 Oberlosa: Henric Ebert, Patryk Foluszny – Tim Stäglich (1 Tor), Matevž Kunst (11/davon 2 Siebenmeter), Teo Jezernik (2), Philip Trommer-Ernst (7), Leoš Petrovský, Patrik Chobot (1), Franz Schauer (6), Lukas Meckel (3), Roman Becvar (3), Aleksander Olkowski (2), Johann Niklas Malta, Petar Puljic (2)
Schiedsrichter: Hendrik Herbst, Antonio Oliva
Zeitstrafen: Oberlosa 3, SC Magdeburg II 5
Rote Karte: Mattis Heiß (42., SCM II, 3. Zeitstrafe)
Siebenmeter: Oberlosa (3/davon 2 verwandelt), SC Magdeburg II (4/2)
Zuschauer: 547

(kare)

Der Vorsprung schmilzt weiter

HSG Ostsee – SV 04 Oberlosa 32:28

 

In der 3.Handball-Bundesliga hat der SV 04 Oberlosa das so wichtige Kellerduell bei der HSG Ostsee mit 28:32 verloren. Damit schrumpft der Vorsprung der Plauener auf den ersten Abstiegsplatz auf drei Zähler zusammen. Zudem hat man nun nach dem 34:31 im Hinspiel, den direkten Vergleich mit der HSG verloren. Sollten beide Teams in der Abschlusstabelle punktgleich sein, landen die Vogtländer also hinter den Nordlichtern.

Nach der Anreise bereits am Vortag gingen die 04er, die neben den Langzeitverletzten auch weiterhin auf Kapitän Hanisch verzichten mussten, konzentriert in die Partie. Nach zehn Minuten lagen die Spitzenstädter beim 6:5 ebenso knapp vorne wie nach zwanzig Minuten beim 11:10. Beide Teams schenkten sich in der Ostholsteinhalle in Grömitz nichts. Kurz vor der Pause verpassten es die Plauener, den Abstand auf zwei Tore auszubauen. Die Norddeutschen drehten den Spieß noch um und nahmen eine hauchdünne 17:16-Führung mit in die Kabinen. „Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt und haben viel Druck aus dem Rückraum gemacht. Zudem hatten wir in Henric Ebert erneut einen starken Rückhalt. Der knappe Rückstand war unserer mangelhaften Chancenverwertung geschuldet“, analysierte der Plauener Coach Ladislav Brykner.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten dann die Schwarz-Gelben und zogen ihrerseits wieder mit 20:18 in Front. Angetrieben von den eigenen Fans glichen die Hausherren wieder zum 23:23 aus. Dann schien die Partie zu Gunsten der Norddeutschen zu kippen. Drei Treffer in Folge durch HSG-Torjäger Jasper Bruhn ließ den Gastgeber mit 26:23 in Führung gehen. Nun waren es die Plauener, die ihrerseits wieder am Drücker waren. Vier Treffer in Folge und die eigene 27:26-Führung etwa acht Minuten vor dem Ende ließen den angepeilten Auswärtssieg greifbar werden. In der hektischen Schlussphase übertrafen sich die Plauener jedoch im Auslassen bester Chancen und produzierten noch zwei haarsträubende Fehler. HSG-Keeper Luis Skroce wurde so zum gefeierten Helden und die Hausherren feierten einen enorm wichtigen 32:28-Erfolg über enttäuschte Plauener. „In der Schlussphase waren wir zu hektisch und haben die nötige Nervenstärke vermissen lassen. Das ist extrem bitter, zumal wir hier über ganz weite Strecken absolut auf Augenhöhe waren. Vielleicht war es am Ende auch eine Kraftfrage, der durch die Verletzungen ausgedünnte Kader macht sich schon bemerkbar“, konstatierte ein niedergeschlagener Brykner nach dem Schlusspfiff.

Die Aufgaben werden für die Plauener indes nicht leichter, am kommenden Samstag gastiert die U23 von Champions-League Sieger SC Magdeburg in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle.

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich, Kunst (11/ davon 2 Siebenmeter), Jezernik, Chobot (3), Schauer (1), Meckel, Becvar (6), Olkowski (2), Malta, Puljic, Naumann (5/1)

Zuschauer: 248

 

–RM–

Oberlosa überzeugt trotz Niederlage

SV 04 Oberlosa – MTV Braunschweig 25:30

 

In der 3.Handball-Bundesliga hat der SV 04 Oberlosa sein Heimspiel gegen den Spitzenreiter MTV Braunschweig erwartungsgemäß verloren. Vor 452 Zuschauern unterlagen die Spitzenstädter am Samstagabend in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle trotz starker Leistung mit 25:30.

Zur Erinnerung, der MTV Braunschweig wurde zwei Jahre in Folge Meister, scheiterte jeweils knapp in der Aufstiegsrunde zur 2.Bundesliga. Mit dem Selbstverständnis eines Tabellenführers und mit voller Kapelle gingen die Niedersachsen in die Partie. Die Plauener mussten hingegen nach den Langzeitausfällen von Nico Schneider, Miroslav Nedoma und Leos Petrovsky auch auf Kapitän und Abwehrchef Libor Hanisch (Magen-Darm) verzichten. Dennoch kamen die Plauener gut in die Partie, nach gut sieben Minuten leuchtete ein 4:4 von der Anzeigetafel. In der Folge setzten sich die Braunschweiger, die permanent ihren Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Feld nahmen, beim 7:9 etwas ab. Dann mussten die 04er einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen, Spielmacher Roman Becvar kassierte nach einem unglücklichen Gesichtstreffer die Rote Karte. Eine harte aber regelgerechte Entscheidung der beiden Unparteiischen. Trotz des mittlerweile enorm ausgedünnten Kaders stemmten sich die Schwarz-Gelben dem Liga-Primus entgegen und glichen wieder zum 11:11 aus. Mit einem 12:12 ging es schließlich in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Wiederanpfiff blieb die Partie weiterhin eng, nach etwa vierzig Minuten lag der Tabellenführer nur hauchdünn mit 16:17 vorn. „Die Abwehrarbeit gegen das permanente Überzahlspiel der Braunschweiger hat enorm viel Kraft gekostet. Meine Mannschaft hat alles reingeworfen, hat immer wieder die Lücken geschlossen und eine starke Leistung geboten. Mit Henric Ebert hatten wir zudem einen starken Rückhalt. Leider ist uns dann mit den vielen Ausfällen gegen diese Top-Mannschaft etwas die Luft ausgegangen“, resümierte der Plauener Coach Ladislav Brykner nach der Partie. Auf der Anzeigetafel machte sich das Nachlassen der Spitzenstädter mit den Zwischenständen von 17:20 und 20:24 bemerkbar. Beim 23:25 kämpften sich die 04er durch den bärenstarken Petar Puljic unter dem Jubel der Fans noch einmal heran, dann machte der abgezockte Favorit jedoch endgültig den Deckel drauf. „Das waren heute Big-Points für uns. Ich hatte großen Respekt vor diesem Auswärtsspiel und bin hochzufrieden, das wir diese Hürde hier genommen haben. Plauen hat stark dagegen gehalten, am Ende hat der breitere Kader diese Partie entschieden“, pustete MTV-Coach Volker Mudrow nach dem Abpfiff kräftig durch. „Gebt Gas und bleibt drin, ihr seid eine absolute Bereicherung für diese Liga, auch mit der tollen Stimmung hier“, richtete Mudrow noch Abschiedsworte an die Plauener, bevor er sich mit seinem Team auf die Heimreise machte.

Für die Plauener heißt es nun, diese Leistung auch am kommenden Samstag im enorm wichtigen Kellerduell bei der HSG Ostsee auf die Platte zu bringen

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich, Kunst (6 Tore/ davon 1 Siebenmeter), Jezernik (2), Chobot, Schauer (1), Meckel (1), Becvar (3), Olkowski (1), Malta, Puljic (6), Naumann (5/1)

Zuschauer: 452

 

–RM–

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