Autor: Christian Huster

Emotionaler Abschluss

SV 04 Oberlosa – TSV Altenholz 32:35

 

Der SV 04 Oberlosa hat sein letztes Saisonspiel in der 3.Handball-Bundesliga gegen den Tabellenvierten TSV Altenholz mit 32:35 verloren. In Anbetracht des seit einer Woche feststehenden Klassenerhalts konnte man die Niederlage verschmerzen, zumal der Abend in der Kurt-Helbig-Halle ohnehin im Zeichen großer Emotionen stand.

Das Spiel der Plauener gegen die Kaderschmiede des deutschen Rekordmeisters THW Kiel ist schnell zusammengefasst. Bis zum 8:8 nach etwa einem Viertel der Spielzeit begegneten sich beide Teams in einem gutklassigen Match auf Augenhöhe. Dann setzten sich die Nordlichter langsam aber stetig ab und nahmen eine 18:14-Führung mit in die Halbzeitpause. Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Kieler spielbestimmend und bauten den Abstand auf 26:20 aus. Angetrieben von den knapp 600 Fans und einem überragenden Torhüter Henric Ebert machten sich die Spitzenstädter an die Aufholjagd und schafften tatsächlich den Anschluss zum 27:28. Dann setzten die Plauener zwei Bälle an den Pfosten und verpassten somit den Ausgleich oder gar die Führung. Die Gäste nutzten das im Stile einer Spitzenmannschaft und setzten sich schließlich verdient mit 35:32 durch. Große Emotionen gab es bereits während dem Spiel, als Miroslav Nedoma zu seinem Laufbahnende noch einmal auflief und alle fünf Strafwürfe traumwandlerisch sicher verwandelte. Nach der Partie wurden neben Nedoma auch Leos Petrovsky, Petar Puljic und Aleksander Olkowski verabschiedet. Großer Applaus brandete noch einmal auf bei der Verabschiedung von Nico Schneider, der mit nur 26 Jahren seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden muss und bei der Verabschiedung von Cheftrainer Ladislav Brykner, der insgesamt sechs Jahre in Plauener Diensten stand. „Das Spiel heute war noch einmal ein bisschen ein Spiegelbild der Saison. Wir haben noch einmal alles gegeben, hatten durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Roman Becvar jedoch noch eine Alternative weniger. Über allem steht heute jedoch, dass wir die Klasse gehalten haben, wenn man sieht welche personellen Probleme wir in einem Großteil der Saison hatten, ist das hoch einzuschätzen. Danke an das überragende Plauener Publikum, das sind die besten Fans der Liga“, verabschiedete sich Brykner aus der Spitzenstadt. Mit der Partie am Samstagabend endete auch ein Stück Plauener Sportgeschichte. Es war das letzte Pflichtspiel der Oberlosaer in der altehrwürdigen Kurt-Helbig-Halle nach knapp 50 Jahren. Ab der neuen Saison spielen die Schwarz-Gelben dann im Sportforum Vogtland.

 

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich (1 Tor), Kunst (10), Jezernik (3), Trommer-Ernst (1), Tektel, Chobot (1), Schauer (4), Meckel (2), Becvar (1), Olkowski (3), Malta, Puljic (1), Nedoma (5/ davon 5 Siebenmeter), Naumann

 

Zuschauer: 584

 

–RM–

Oberlosa bittet zum letzten Tanz

Der 30.Spieltag der 3.Handball-Bundesliga hält für den SV 04 Oberlosa und die Plauener Handball-Fans zum Saison-Halali noch einmal einen echten Hochkaräter bereit. Die 04er empfangen am Samstag um 19 Uhr mit dem TSV Altenholz (4.Platz; 42:16 Punkte) ein echtes Schwergewicht der 3.Liga.

Der TSV ist im Prinzip die Talentschmiede des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. In der laufenden Saison schaffte mit Rasmus Ankermann ein 18-jähriges Ausnahmetalent den Sprung in die Star-Truppe des THW und sorgt dort für Furore. Auch Ben Szilagyi, Sohn des THW-Sportdirektors Viktor Szilagyi und Jesse Dahmke, Neffe von Nationalspieler Rune Dahmke schnupperten in dieser Spielzeit bereits Bundesliga- und Europapokalluft. Für TSV-Coach Torge Greve gibt es beim Betreten der Kurt-Helbig-Halle vielleicht ein kleines Aha-Erlebnis. Greve war einst Coach beim Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau und hatte dort den Plauener Christoph Märtner unterseinen Fittichen. Damals nutzten die Norddeutschen die Halle zum Anschwitzen vor dem Auswärtsspiel in Aue.

 

Abschied von Spielern, Trainer und der Halle

 

Apropos Kurt-Helbig-Halle. Für die Schwarz-Gelben ist es der letzte Auftritt im altehrwürdigen Plauener Handball-Tempel, bevor zur neuen Saison der Umzug in das Sportforum Vogtland stattfindet. Auch Spieler, Trainer und Funktionäre werden am Samstag verabschiedet. „Wir rechnen am Samstag noch einmal mit einer großen Kulisse. Das letzte Pflichtspiel unserer Mannschaft in der Kurt-Helbig-Halle werden sich sicherlich viele nicht entgehen lassen“, erklärt der Plauener Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt. „Ich möchte alle Besucher bitten, nach dem Abpfiff in der Halle zu bleiben. Wir verzichten diesmal auf die obligatorische Pressekonferenz und werden unmittelbar nach dem Spiel verdiente Spieler und Trainer Ladislav Brykner verabschieden. Ich wünsche mir, dass diese Verabschiedung in einem tollen Rahmen stattfindet. Das haben sich alle redlich verdient. Anschließend können wir dann gemeinsam bei 100 Litern Freibier auf den Klassenerhalt anstoßen und sicher auch die eine oder andere Anekdote aus über vierzig Jahren Handball in der Helbig-Halle hervorkramen“, so Petzoldt. Ladislav Brykner wünscht sich bei seinem letzten Einsatz als SV-Coach „noch einmal ein tolles Heimspiel vor einer vollen Halle. Unsere Fans sind einzigartig und wir werden alles versuchen, ihnen noch einem Heimsieg zu schenken“.

 

–RM–

B-Jugend des SV 04 Oberlosa schreibt Geschichte

B-Jugend des SV 04 Oberlosa schreibt Geschichte und wird Sachsenmeister

Die männliche Nachwuchsspielgemeinschaft des SV 04 Plauen-Oberlosa e.V. und des HC Einheit
Plauen hat Vereinsgeschichte geschrieben: Am 19. April sicherte sich die männliche B-Jugend
vorzeitig den Sachsenmeistertitel – erstmals überhaupt.

Bereits nach dem 17. Spieltag war die Mannschaft uneinholbar Tabellenführer der Sachsenliga. Ein
Erfolg, der umso bemerkenswerter ist, da in den vergangenen Jahren vor allem die Leistungszentren
des SC DHfK Leipzig, des EHV Aue oder des HC Elbflorenz das Geschehen dominierten.

Der Grundstein für diesen Triumph wurde über viele Jahre gelegt. Die Entwicklung begann in den GTA
(Ganztages-Angeboten) der regionalen Grundschulen und wurde durch kontinuierliche
Nachwuchsarbeit des SV 04 weitergeführt. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat dabei auch
Trainer Iven Wunderlich, der die Jungen aus den Grundschulen für das Handballtraining begeisterte
und die Mannschaft über Jahre hinweg aufgebaut, entwickelt und geprägt hat: „Wenn man sieht,
welchen Weg die Jungs gegangen sind – von den ersten Trainingseinheiten bis zu diesem Moment –,
dann ist das einfach etwas ganz Besonderes. Dieser Titel ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern
das Ergebnis von Jahren voller Einsatz, Rückschläge und Zusammenhalt. Das macht mich unglaublich
stolz“, so Wunderlich.

Durch die Spielgemeinschaft konnten die Kräfte im Vogtland gebündelt werden – ein Gewinn für die
gesamte Region. Neben Spielern aus Plauen gehören auch Talente vom HV 90 Klingenthal und
Concordia Reudnitz zum Team.

Trotz großer Herausforderungen – darunter zwei schwerwiegende Verletzungen, ein
Auslandsaufenthalt sowie der Wechsel eines Spielers in die Jugend-Bundesliga – zeigte die
Mannschaft über die gesamte Saison hinweg beeindruckende Konstanz und mentale Stärke.
Vor allem die Defensive war der Schlüssel zum Erfolg: Mit der besten Abwehr der Liga erreichte das
Team eine Bilanz von 13 Siegen, einem Unentschieden und vier Niederlagen. Zudem wurde Tom
Rother mit 170 Treffern Torschützenkönig.

Langfristiges Ziel der Vereine ist es, möglichst viele dieser talentierten Spieler in den Männerbereich
zu integrieren und so den eigenen Nachwuchs nachhaltig zu stärken.
Der Titelgewinn ist ein eindrucksvoller Beleg für die engagierte und kontinuierliche Arbeit aller
Trainer und Verantwortlichen in den vergangenen Jahren – und ein starkes Signal für die Zukunft des
Handballs im Vogtland.

Es spielten diese Saison: Marvin Czelinski TW, Toni Zimmermann TW, Elias Fehr, Jan Käding, Jonas
Ohlendorf, Clemens Köhler, Paul Leube, Tom Rother, Robin Gerstenberger, Linus Heydel, Yannik
Börner, Emilio Wunderlich, Eddy Wolf, William Dathe, Fin Walden, Max Clauß, Levi Lauterbach

-Aileen Sammler-

SV 04 und Trainer Brykner gehen getrennte Wege

Der Handball-Drittligist SV 04 Oberlosa und sein Cheftrainer Ladislav Brykner werden am Saisonende getrennte Wege gehen. Der auslaufende Vertrag des Tschechen wurde nicht verlängert. Brykner wechselte 2020 vom EHV Aue als Spieler nach Plauen. In der Spielzeit 2021/2022 zog sich der Linkshänder eine schwere Knieverletzung zu. Nach der Entlassung von Trainer Petr Hazl übernahm „Ladi“, wie er von allen nur gerufen wird, interimsmäßig die Position des Teamchefs und hätte mit dem Team fast noch den Klassenerhalt in der 3.Liga geschafft. Ab Sommer 2022 übernahm der ehemalige tschechische Nationalspieler dauerhaft die Plauener Mannschaft. Nach der Vizemeisterschaft in der Regionalliga 2023 führte Brykner die Mannschaft 2024 zum Titelgewinn und zum Aufstieg in die 3.Bundesliga, wobei er in den letzten drei Meisterschaftsspielen auch selbst noch einmal die Schuhe schnürte. In der Zwischenzeit hatte der Tscheche sowohl die C-Lizenz als auch die B-Lizenz erworben, um in der 3.Liga als Trainer arbeiten zu dürfen. In einem Herzschlagfinale gelang Brykner mit seiner Mannschaft 2025 der Klassenerhalt in der Relegation gegen den HC Burgenland. In der nun zu Ende gehenden Saison machten die Plauener den Klassenerhalt zwei Spieltage vor Ultimo perfekt. „Ladi hat in einer ganz schwierigen Phase nicht gezögert und die Mannschaft als Teamchef übernommen. Dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir haben mit ihm den Meistertitel in der Regionalliga gewonnen und zwei Mal den Klassenerhalt in der 3.Bundesliga geschafft. Er steht für eine sehr erfolgreiche Ära des Oberlosaer Handballs“, erklärt der Plauener Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt. Warum dann die Trennung? „Wir wollen einen neuen Impuls setzen. Wir wollen einen Trainer der von außen kommt, der frischen Wind und neue Ideen in die Mannschaft bringt“, erklärt Petzoldt und ergänzt, „ich bin mir sicher, dass es auch Ladi Brykner guttun wird, sich bei einem anderen Verein, einer anderen Aufgabe zu beweisen und weitere Erfahrungen zu sammeln. Das wird auch ihn selbst noch einmal weiter nach vorn bringen“.

„Vizemeister, Meister und mit einem der kleinsten Etats der Liga zwei Mal der Klassenerhalt in der 3.Liga, wir haben gemeinsam viel erreicht“, erklärt Brykner. „Es war eine enorm intensive Zeit auf die ich stolz bin. Die herausragenden Momente waren sicherlich der Meistertitel in der Regionalliga in Wittenberg und das Relegationsspiel im Vorjahr in Naumburg. In der laufenden Saison standen wir trotz vieler Ausfälle nie auf einem Abstiegsplatz, wir haben uns weiterentwickelt“. Angesprochen auf die Zukunft meint Brykner, „das lasse ich auf mich zukommen. Ich nehme hier viel mit. Es war meine erste Trainerstation und ich denke, was wir erreicht haben, kann sich sehen lassen. Dem Verein wünsche ich weiterhin so viel Erfolg und Stabilität, wie wir es in unserer gemeinsamen Zeit erleben durften“.

 

–RM–

Klassenerhalt trotz Niederlage

SC DHfK Leipzig II – SV 04 Oberlosa 38:33

 

Die wichtigste Botschaft des Wochenendes aus Sicht der 04er: Der Klassenerhalt ist perfekt und die Spitzenstädter spielen auch in der kommenden Saison in der 3.Handball-Bundesliga!

Das stand bereits am Samstagabend fest, als die HSG Ostsee ihr Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim deutlich mit 26:39 verloren hatte. Trotz des vorzeitig erreichten Saisonziels hatten sich die Plauener vorgenommen, am Sonntag die Punkte aus Leipzig zu entführen. Dies gelang trotz einer 18:17-Führung zur Halbzeitpause nicht und die Schwarz-Gelben mussten sich am Ende mit 33:38 geschlagen geben. „Die letzte Griffigkeit und der absolute Biss haben heute schon ein bißchen gefehlt. Insbesondere in der Abwehr standen wir da zu häufig Spalier,“ resümierte der Plauener Trainer Ladislav Brykner nach dem Schlusspfiff. „Sicherlich war da auch im Hinterkopf, dass der Klassenerhalt geschafft ist. Man merkt aber auch, dass die Kräfte am Ende der Saison ein bißchen zur Neige gehen. Wir hatten immer wieder viele Verletzte, so dass die Jungs die da waren, wirklich extrem viel gespielt haben“, so der Coach.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. In der ersten Hälfte legten die Plauener immer wieder ein bis zwei Tore vor, die Messestädter zogen ebenso beständig nach. Mit einer hauchdünnen 18:17-Führung für die Vogtländer ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Leipziger bei doppelter Überzahl die Führung und gaben sie bis zum Ende nicht mehr ab. Angeführt von Bundesliga-Profi Tom Koschek (8 Tore) und dem künftigen Plauener Franz Häcker (6) konnte die Mannschaft um Trainer Mathias Albrecht personell aus dem Vollen schöpfen und hatte am Ende mehr Reserven. „Der Sieg für Leipzig geht in Ordnung, auch weil wir in der zweiten Hälfte zu viel verworfen haben“, konstatierte Brykner.

„Am kommenden Samstag wollen wir noch einmal alles reinwerfen und den besten Fans der Liga zum Abschluss noch einen Heimsieg schenken“, blickte Brykner bereits auf das letzte Saisonspiel zu Hause gegen den Tabellenvierten TSV Altenholz voraus.

 

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich (1 Tor), Kunst (10/ davon 3 Siebenmeter), Jezernik (1), Trommer-Ernst (2), Tektel, Chobot, Schauer (7), Meckel (2), Becvar (4), Olkowski (3), Malta, Puljic (2), Naumann (1)

 

Zuschauer: 195

 

–RM–

Oberlosa will Klassenerhalt perfekt machen

Am vorletzten Spieltag der 3.Handball-Bundesliga steht für den SV 04 Oberlosa eine ganz entscheidende Partie auf dem Programm. Die Spitzenstädter gastieren am Sonntag um 15 Uhr bei der U23 des SC DHfK Leipzig und können mit einem vollen Erfolg in der kleinen Arena in der Messestadt den Klassenerhalt perfekt machen.

„Alles ist diesem Ziel untergeordnet“, macht auch SV-Coach Ladislav Brykner die Bedeutung dieser Begegnung klar. Die Messestädter können am Sonntag befreit aufspielen, der Abstieg des Leipziger Bundesliga-Nachwuchses steht bereits fest. „Das macht die Sache nicht unbedingt leichter“, weiß Brykner. „Leipzig hat sich in der Rückrunde enorm gesteigert und zeigt sich deutlich stabiler. Das sind alles sehr gut ausgebildete Jungs, die sich mittlerweile an die 3.Liga gewöhnt haben. Wir sind jedoch gut vorbereitet und wollen dort unbedingt den Deckel draufmachen“, so der Plauener Trainer. Angesprochen auf die Möglichkeit, dass der Klassenerhalt bereits am Samstagabend feststehen könnte, falls die HSG Ostsee ihr Heimspiel gegen Hildesheim verliert, schüttelt Brykner energisch mit dem Kopf. „Für Hildesheim geht es um gar nix mehr. Am Saisonende verlassen dort zehn Spieler den Verein, die lassen die Saison nur noch austrudeln. Da braucht man sich nur die letzten Ergebnisse anschauen. Ich gehe ganz fest davon aus, dass die HSG Ostsee ihr Heimspiel gewinnt. Wir müssen den vollen Fokus auf unser Spiel in Leipzig legen“.

Team und Verantwortliche der 04er können sich am Sonntag auch ganz sicher wieder auf die eigenen Fans verlassen. „Stimmungstechnisch wird das sicher ein Heimspiel, viele Anhänger machen sich durch die kurze Anreise und die Wichtigkeit der Partie auf den Weg in die Messestadt“, weiß der Plauener Mannschaftsverantwortliche Jan Spranger. Gemeinsam mit den Fans den Klassenerhalt in der 3.Bundesliga zu feiern, ist das klare Ziel der Schwarz-Gelben.

 

–RM–

Trotz Personalnot teuer verkauft

DHK Flensborg – SV 04 Oberlosa 37:33

 

In der 3.Handball-Bundesliga hat der SV 04 Oberlosa sein Auswärtsspiel beim DHK Flensborg vor 417 Zuschauern in der Flensburger Idraetshallen trotz guter Leistung mit 33:37 verloren. In Anbetracht der Tatsache, dass die Plauener neben den Langzeitverletzten Schneider, Nedoma und Hanisch auch auf Leos Petrovsky und Roman Becvar verzichten mussten, verkauften sich die Vogtländer im hohen Norden teuer.

„Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Wir wollten hier unbedingt den Klassenerhalt perfekt machen und haben alles gegeben. Die Mannschaft hat sich nach Rückständen immer wieder zurück gekämpft, am Ende stehen wir dennoch mit leeren Händen da“, war SV-Coach Ladislav Brykner die Enttäuschung anzumerken.

Bereits am Freitag angereist, starteten die Spitzenstädter schwungvoll in die Partie und begegneten den Hausherren bis zum 5:5 auf Augenhöhe. In der Folge machte DHK-Akteur Thilo Knutzen den Unterschied. Am Vorabend noch in der Bundesliga für die SG Flensburg-Handewitt gegen Melsungen auf dem Parkett gestanden, traf der 2,13m-Riese traumwandlerisch sicher aus dem Rückraum. Dank Ihres Unterschiedsspielers legten die Norddeutschen immer wieder vor und nahmen schließlich eine 23:20-Führung mit in die Halbzeitpause.

Dank einer taktischen Veränderung auf Seiten der Vogtländer, kam Knutzen in der zweiten Hälfte nicht mehr so zum Zug und die Schwarz-Gelben glichen zum 23:23 aus. „Dann haben wir zwei Mal die Chance, selbst in Führung zu gehen, lassen diese Möglichkeiten aber aus“, machte Brykner einen Knackpunkt der Partie aus. Beim 28:28 stand die Partie weiterhin Spitz auf Knopf. In der Schlussphase der Begegnung schwang sich DHK-Keeper Rune Hauenstein zu einer überragenden Leistung auf. Beim 34:32 für die Gastgeber schnupperten die Vogtländer zwar immer noch am Punktgewinn, doch der Dansk Handbold Klub (DHK) machte mit zwei Treffern dann endgültig den Deckel drauf.

Im Kampf um den Klassenerhalt hat sich für die Schwarz-Gelben indes nichts geändert. Sicher abgestiegen sind die U23 des SC DHfK Leipzig und die Sportfreunde Söhre. Die HSG Ostsee (15:41 Puntkte), der Oranienburger HC (16:40) und der SV 04 Oberlosa (18:38) kämpfen an den letzten beiden Spieltagen noch um den Klassenerhalt, einer aus diesem Trio muss noch in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Die besten Karten halten dabei zweifellos die 04er in der Hand. Mit einem Auswärtssieg am kommenden Sonntag in Leipzig wäre der Klassenerhalt perfekt.

 

Oberlosa: Foluszny, Ebert; Stäglich, Kunst (10 Tore/ davon 2 Siebenmeter), Jezernik (4), Trommer-Ernst, Tektel, Chobot (1), Schauer (3), Meckel (5), Olkowski (6), Malta, Puljic (4), Naumann

 

Zuschauer: 417

 

–RM–

Oberlosa holt Youngster

Aufmerksamen Beobachtern des letzten Heimspiels vom SV 04 Oberlosa fiel ein junger Mann auf, der neu im Kader der Schwarz-Gelben ist. Der 18-jährige Daniil Tektel wurde bereits jetzt als Vorgriff auf die neue Saison verpflichtet. Der Rückraumspieler wechselte aus der A-Jugend des TV Großwallstadt in die Spitzenstadt. „Ich sehe in Plauen sehr gute Chancen mich weiter zu entwickeln. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und mir den Einstieg leicht gemacht“, erklärt der Rechtshänder. Zum Einsatz gekommen ist Tektel am Samstag noch nicht. „Wir stecken im Kampf um den Klassenerhalt. Da ist es schwierig, einen neuen Spieler ins kalte Wasser zu werfen. Daniil ist jetzt seit zwei Wochen dabei und muss zunächst einmal unsere Philosophie verinnerlichen“, verdeutlicht Trainer Ladislav Brykner und ergänzt, „er ist körperlich sehr robust für sein Alter. Ich denke, mit einer kompletten Saisonvorbereitung wird er dem Verein viel Freude machen“.

„Abwehrstärke und ein guter Wurf“, benennt der Youngster seine Vorzüge, betont aber auch, „dass ich noch sehr jung bin und in meinem ersten Jahr bei den Männern noch viel lernen muss“. Spielbetriebs-Chef Lutz Petzoldt freut sich über die Zusage des Rückraumspielers. „Er ist enorm ehrgeizig und körperlich schon sehr robust. Im Probetraining hat er angedeutet, dass er die erhoffte Verstärkung sein kann, sobald er voll integriert ist“. Die Personalplanungen der 04er sind laut Petzoldt damit weitgehend abgeschlossen. „Mit den Verpflichtungen von Fabrice Oertel, Mathias Choleva, Franz Schauer und Daniil Tektel haben wir vier vielversprechende Leute geholt und die Verjüngung des Kaders entscheidend vorangetrieben“.

 

–RM–

+++Meisterbienen bis zur letzten Sekunde gefordert+++

Was für ein Spiel! Leidenschaft, Wille, Rückschläge und in der Schlussphase fast der Ausgleich. Spätestens nach dem starken Sieg gegen den Tabellenzweiten war klar: Unterschätzen wird uns keiner mehr. Die bittere Hinspiel-Niederlage (42:26) saß tief – Wiedergutmachung war angesagt. Hinzu kommt: letztes Heimspiel der Saison und der Abschied von Trainer Lucas Dießner. Die Aufgabe war klar.. ..und wir lieferten.

Mit purem Willen gingen wir früh mit 6:4 in Führung (14.Minute). Rödertal glich aus, doch wir hielten dagegen. Der Halbzeitstand war ein vielversprechendes Ergebnis von 11:13.

Nach der Pause dann der Dämpfer: kleine Fehler, gnadenlos bestraft. Der Rückstand wächst bis zur 45. Minute auf 7 Tore. Drei Treffer in Serie, die Halle wurde lauter und wir kämpften uns wieder heran. Die Meisterinnen der Oberliga Sachsen konnten letztmalig in der 52. Minute ein Tor erzielen – 22:26. Wir setzten erneut mit 3 Toren in Folge ein Ausrufezeichen – plötzlich 25:26 (57. Minute)..beide Mannschaften wurden sichtlich nervös. Die letzten Minuten waren nerven pur. Hektik, Spannung, Gänsehaut. Am Ende setzt Rödertal den letzten Treffer zum 25:27. Bitter – aber was für eine Leistung!

Diese Niederlage fühlt sich wie ein Sieg an. Wir haben gekämpft, mitgehalten, alles reingeworfen. Ja, die Chancenverwertung hat uns nicht den erhofften Sieg erbracht – doch dieser Auftritt hat erneut gezeigt, was in uns steckt. Danke an unsere Fans, Sponsoren und Trommler – ihr wart der Wahnsinn!

Hertel – Heinrich, Wierick (3; 2/4), Rieger, Seebauer, Hertel (2; 1/3), Richter (2), Börner (5; 0/1), Hennig (12; 4/6), Mattes (1), Kolomaznikova, Schieke

J.M.

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