Handball – Oberliga / Männer
(13.11.2021) Oberlosa holt ersten Punkt
Oberlosa holt ersten Punkt in 3. Liga – Den Plauenern fehlten ganze 50 Zentimeter zum Sieg
Handball Männer / 3. Liga
SV 04 : Northeimer HC 24:24
(Text & Fotos Karsten Repert)
Endlich! Nach 99 Jahren Handballhistorie hat der SV 04 Oberlosa den ersten Punktgewinn in der 3. Liga gefeiert. Gegen den Northeimer HC erlebten 301 Zuschauer ein unglaublich spannendes Spiel. Beim 24:24-Unentschieden fehlten den Plauenern ganze 50 Zentimeter zum Sieg. Denn der letzte Wurf von Moritz Rahn blieb mit der Schlusssirene vor der Northeimer Torlinie liegen, weil der überragende Gästekeeper Glenn-Louis Eggert beim eingesprungenen Kempatrick noch das Bein an den Ball brachte … „Hätte ich doch nur die lange Ecke gewählt“, trauerte Moritz Rahn nach Spielschluss. Dass seine Mannschaft zuvor einen Sechs-Tore-Rückstand (14:20) aufgeholt hatte, für kurze Zeit freute sich darüber niemand. „Klar: Wir hatten den Sieg vor Augen. Näher dran sein kann man nicht. Und trotzdem sind wir sehr stolz, dass wir ein eigentlich verlorenes Spiel noch mit einem Punktgewinn als Erfolg verbuchen können“, freute sich der Plauener Co-Trainer Pierre Liebelt-Passarge. Der Assistent musste in der Pressekonferenz Rede und Antwort stehen, weil im Herzschlagfinale der aufgebrachte Cheftrainer Petr Hazl nach Kreislaufproblemen etwas Ruhe brauchte.
„Die Helbig-Hölle war heute unser achter Mann“, rief Fernsehkommentator Jörg Scholz. NHC-Trainer Carsten Barnkothe ärgerte sich mächtig, erkannte aber an: „Die Stimmung in der Halle war prächtig. Ich kann nicht verstehen, weshalb wir nach 45 Minuten so eingebrochen sind.“ Oberlosas Pressesprecher Rico Michel hatte da schon eine Antwort: „Die beiden roten Karten haben den Mittelblock der Gäste aufgelöst. Und wir hatten heute den Arsch in der Hose, sogar noch in Unterzahl volle Kanne draufzugehen. Der Kempa-Trick hätte um ein Haar aus der Kurt-Helbig-Sporthalle ein Tollhaus gemacht“, schilderte Rico Michel seine Beobachtungen. So bleibt noch Luft nach oben. Der letzte Spielzug über Ivan Kucharik und das folgende geniale Anspiel von Louis Hertel auf Moritz Jahn sorgte für einen Zungenschnalzer. Spielbetriebs-Geschäftsführer Lutz Petzoldt schmunzelte nach zehn Spielen in der 3. Liga: „Hurra, wir leben noch!“
Beim SV 04 Oberlosa ärgerte man sich im Nachgang vor allem über die Schlussphase der ersten Halbzeit, als man bis zum 8:8-Zwischenstand (22.) abreißen ließ. Bis dahin lagen die Spitzenstädter sogar immer wieder vorn (5:3/7:5). In Überzahl geriet Oberlosa ins Hintertreffen, als der Tabellensiebente das Blatt wütend und leichtfüßig wendete. Nur weil SV-Torwart Alexander Raupach gleich zwei Siebenmeter der Gäste parierte, lagen die Vogtländer zur Pause lediglich mit 11:13 zurück. Doch nach dem Seitenwechsel häuften sich die Plauener Fehler. Im Angriff quälte sich der Tabellenletzte gegen die statistisch schlechteste Deckung der Drittligastaffel. „Wir wollten einfach nicht schon wieder verlieren“, erklärte Rechtsaußen Sebastian Naumann das Aufbäumen der Hausherren, die sich auch von den Gästeverteidigern Joe Schuster (48./3. Zeitstrafe) und Paul-Marten Seekamp (55./3. Zeitstrafe) nicht stoppen ließen.
Die durch die beiden Roten Karten entstandenen Lücken nutzte vor allem Ladislav Brykner, der dann nach dem 23:23-Ausgleich des Plaueners Jan Skalda sogar die umjubelte 24:23-Führung für den SV 04 besorgte. Doch dann kassierte der Plauener Dziugas Jusys eine Zeitstrafe und Jan-Niklas Falkenhain traf für die Gäste zum 24:24-Ausgleich. In Unterzahl spielte der SV 04 voll auf Sieg. „Am Ende ist das Endresultat wohl gerecht. Beide Teams hätten schließlich gewinnen können“, bewertete NHC-Trainer Carsten Barnkothe das Remis, bevor er enttäuscht in den Mannschaftsbus Richtung Göttingener Großraum stieg.
Statistik
SV 04 Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach – Jusys (1 Tor), Wetzel, Skalda (1), Märtner, Trommer-Ernst, Wokan, Brykner (7), Duschek, Hertel (4), Kolomaznik (1), Rahn (1), Kucharik (3/davon 1 Siebenmeter), Naumann (6/4)
Rote Karte: Joe Schuster (48./3. Zeitstrafe) und Paul-Marten Seekamp (55./3. Zeitstrafe), beide Northeimer HC
Zuschauer: 301
(kare)
(30.10.2021) Enttäuschende Vorstellung
Handball 3. Bundesliga / Männer
Enttäuschende Vorstellung
MTV Braunschweig – SV 04 Oberlosa 32:21
Eine deutliche 21:32-Niederlage kassierte der SV 04 Oberlosa am Samstag Abend beim MTV Braunschweig. Vor knapp 600 Zuschauern konnten die Spitzenstädter nur phasenweise mit den heimstarken Gastgebern konkurrieren.
Bis zum 3:2 aus Sicht der Hausherren waren die 04er zunächst gut im Spiel. Dann schnürte Braunschweig den ersten Dreierpack und zog auf 6:2 davon. Eine offensiv ausgerichtete Abwehr der Niedersachsen machte Oberlosa das Leben enorm schwer. In der Folge stabilisierte sich das Spiel der Gäste und der Rückstand blieb über die Stationen 5:9 und 8:12 konstant. Zu viel Verantwortung lastete in der ersten Hälfte jedoch auf den Schultern von Ladislav Brykner, der in dieser Phase fünf seiner am Ende sieben Treffer erzielte. In der Defensive konnte Oberlosa nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Der MTV nutzte dies in Person von Philipp Krause, Marko Karaula und dem starken Kreisläufer Niklas Wolters konsequent aus. Mit einer 15:10-Führung für die Gastgeber ging es schließlich in die Kabinen. „Auch wenn wir nicht gut gespielt haben, lassen wir bis zur Pause bereits beste Tormöglichkeiten aus zwei Strafwürfen und einem Konter liegen. Nutzen wir die, sind wir zur Halbzeit in Schlagdistanz“, monierte Trainer Petr Hazl die mangelnde Chancenverwertung.
Mit Beginn der zweiten Hälfte trafen die Braunschweiger erneut drei Mal in Folge und machten mit dem 18:10 praktisch den Deckel auf die Partie. In der Folge plätscherte das Spiel mehr oder weniger dahin. Die Spitzenstädter ließen sich zu keinem Zeitpunkt hängen, hatten jedoch nicht die Mittel, um die Niedersachsen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Lediglich Ivan Kucharik überzeugte mit sechs Treffern in der zweiten Hälfte. Beim 24:14 führte der MTV erstmals mit zehn Toren Differenz. „Dass es hier schwer werden würde, war natürlich klar. Dennoch hätte ich mir von meiner Mannschaft mehr Überzeugung gewünscht. Das war zu wenig“, stellte Hazl nach der Partie enttäuscht fest. Da die Norddeutschen in Person von Marek Stefancic auch das Torhüter-Duell klar für sich entscheiden konnten, blieben die Randplauener praktisch chancenlos. Am Ende siegte der MTV Braunschweig klar mit 32:21 und bewies seine zuletzt starke Form.
Für den SV 04 heißt es nun, die einwöchige Spielpause intensiv zu nutzen um dann am 13.November mit frischen Kräften den dringend benötigten ersten Sieg im Heimspiel gegen den Northeimer HC zu erzwingen.
Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach; Jusys, Wetzel, Skalda (1 Tor), Brykner (7), Duschek, Hertel (1), Kolomaznik, Rahn, Kucharik (10/ davon 4 Siebenmeter), Naumann (2)
–RM–
(23.10.2021) Ausfälle wiegen zu schwer
Handball 3. Bundesliga / Männer
Personelle Ausfälle wiegen zu schwer
SV 04 Oberlosa – SC Magdeburg II 23:29
Auch am 8. Spieltag der 3. Handball-Bundesliga gab es für den SV 04 Oberlosa nichts zu holen. Vor 420 Zuschauern unterlagen die Spitzenstädter dem SC Magdeburg II mit 23:29.Oberlosa überzeugte zu Beginn mit einer guten Abwehr und hatte einen erneut prächtig aufgelegten Benas Vaicekauskas zwischen den Pfosten stehen. Da auch die Gäste in der Defensive zu überzeugen wussten und mit Janik Patzwaldt ebenfalls einen starken Keeper hatten, stand es nach etwa zehn Minuten 3:3.
Die Hausherren waren früh zu den ersten Wechseln gezwungen. „Ladislav Brykner lag bis gestern mit einem Infekt im Bett, auch Ivan Kucharik und Moritz Rahn waren gehandicapt. Durch unsere Verletzungsmisere mussten alle heute dennoch ran, brauchten aber natürlich ihre Pausen“, erklärte Co-Trainer Pierre Liebelt nach der Partie.
Bis zum 5:6 blieb Oberlosa in Schlagdistanz, dann schnürten die Gäste einen Dreierpack und zogen auf 5:9 davon. „Wir wussten natürlich um die enorme Anzahl an Ausfällen bei Oberlosa. Daher wollten wir das Tempo stets hoch halten um den kleinen Kader der Hausherren unter Druck zu setzen“, gab Gäste-Coach Stephan Just später zu Protokoll.
Die Schwarz-Gelben kämpften sich jedoch wieder heran. Angeführt vom treffsicheren Sebastian Naumann verkürzte Oberlosa auf 9:10. Erneut drehten die Elbestädter am Gasgriff und legten wieder zum 10:14 vor. Louis Hertel stellte schließlich den 11:14-Pausenstand her. Nach dem Wiederanpfiff folgte die stärkste Phase der Hausherren. Sebastian Naumann (3), Moritz Rahn und Ivan Kucharik sorgten mit ihren Treffern für den 16:16-Ausgleich nach etwa vierzig Minuten. Trainer Stephan Just bat seine Mannschaft daraufhin zur Auszeit.
„Wir durften hier keinesfalls in Rückstand geraten. Die Halle war so schon extrem laut, bei einer Oberlosaer Führung wäre es für uns ganz schwer geworden“, so der SCM-Coach später in der Analyse.
Seine Jungs hatten offenbar gut zugehört. Mit einer weiterhin äußerst beweglichen Abwehr und Konterspiel par excellence zog die Bundesligareserve wieder auf 17:22 davon. Von diesem neuerlichen Rückschlag erholte sich der ausgedünnte Kader der 04er an diesem Abend nicht mehr. Die Gäste brachten den Vorsprung recht locker ins Ziel, für eine Aufholjagd fehlten den Hausherren die Kräfte. Letztlich verdient mit 23:29 nahmen die Magdeburger beide Punkte mit an die Elbe.
Stimmen zum Spiel:
Stephan Just (Trainer SC Magdeburg II): „Ein geiles Spiel vor einer großartigen Kulisse! Großen Respekt an Oberlosa, die haben das mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln gut gemacht. Unser Keeper Janik Patzwaldt hat uns in einigen Situationen heute den Allerwertesten gerettet. Petr Hazl und seiner Mannschaft wünsche ich, dass sich die personelle Situation bald bessert“.
Petr Hazl (Trainer SV 04 Oberlosa): „Glückwunsch an Stephan und seine Mannschaft zum verdienten Sieg. Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Mehr ist in der aktuellen Situation nicht drin, so ehrlich müssen wir sein. Das ist ein Stück weit auch frustrierend, aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Nächste Woche in Braunschweig hängen die Trauben hoch, dann ist eine Woche spielfrei. Diese Pause wird uns allen sehr gut tun“.
Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach; Englert, Wetzel (1 Tor), Skalda (2), Brykner, Duschek, Hertel (3/ davon 1 Siebenmeter), Kolomaznik (3), Rahn (1), Kucharik (6/3), Naumann (7)
(RM)
Fotos: Bernd Genssen
(16.10.2021) Mit Rumpfkader teuer verkauft
Handball 3. Bundesliga / Männer
TuS Vinnhorst – SV 04 Oberlosa 30:18
Mit Rumpfkader teuer verkauft
Ein Blick auf das offizielle Spielprotokoll vor dem Anpfiff ließ für den SV 04 Oberlosa böses erahnen. Flämig, Roth, Cornelius, Richter, Kucharik, Wolf, Trommer-Ernst, Naumann, das war nicht etwa die Startformation der Spitzenstädter, sondern die Liste der Ausfälle, welche die Schwarz-Gelben beim Spitzenreiter zu verkraften hatten. Taktisch sehr diszipliniert und mit einem überzeugenden Benas Vaicekauskas zwischen den Pfosten boten die 04er dem Liga-Primus zunächst Paroli.
Nach 14 Minuten leuchtete ein 4:4 von der Anzeigetafel im schmucken Vinnhorster Sportzentrum, bis dahin hatten Sebastian Duschek (2), Jan Skalda und Jakub Kolomaznik für die Gäste getroffen. Dann ereilte Oberlosa der nächste Nackenschlag, Ladislav Brykner sah nach einem Foul die Rote Karte. „Natürlich muss Ladi da weg bleiben, das weiß er auch selber. Dennoch ist das eine Zeitstrafe und keine Rote Karte“, monierte SV-Trainer Petr Hazl nach dem Spiel. Somit einer weiteren Option im Rückraum beraubt, hielten die Schwarz-Gelben weiterhin dagegen. Moritz Rahn erzielte den 6:6-Ausgleich, wenig später traf Dziugas Jusys zum 8:7-Anschluss. Mittlerweile feierte Thomas Oertel aus dem Sachsenliga-Team seine Drittliga-Premiere, musste jedoch nach Intervention des Kampfgerichts wegen eines angeblichen Wechselfehlers eine Zeitstrafe absitzen. Mit ganz viel Routine nutzte der Spitzenreiter diese Phase und zog auf 11:7 davon. Wieder komplett stemmte sich Oberlosa weiter entgegen. Abwehr-Chef Dziugas Jusys kassierte nach 26 Minuten bereits seine dritte Zeitstrafe und war fortan auch zum Zuschauen verdammt. Unverdrossen kämpften die Schwarz-Gelben weiter, der zweite Debütant Carsten Märtner traf zum zwischenzeitlichen 13:10. Mit einem 14:10 für den haushohen Favoriten ging es in die Halbzeitpause.
Die Geschichte der zweiten Hälfte ist schnell erzählt. Etwa bis zur 40. Minute konnten die arg dezimierten Randplauener mithalten, dann wurde der Akku langsam leer. „Ich möchte meiner Mannschaft für den heutigen Auftritt ein großes Kompliment machen. Derart personell gebeutelt, nach dem Ausfall von Brykner haben uns 9 Spieler gefehlt, hat hier jeder alles gegeben. Zeitweise standen wir mit drei Spielern aus der 2.Mannschaft gleichzeitig auf dem Parkett. Auch diese Jungs haben das gut gemacht und sich nie hängen lassen. Dass uns am Ende da die Luft ausgeht, kommt nicht überraschend. Wir haben hier zudem jede 50/50-Entscheidung der Unparteiischen gegen uns bekommen. Die Rote Karte gegen Brykner, zwei der drei Zeitstrafen gegen Jusys, der angebliche Wechselfehler gegen Oertel, das kann ich nicht nachvollziehen und das ärgert mich auch wahnsinnig für meine Mannschaft, die hier gekämpft hat bis zum Umfallen“, war Petr Hazl nach dem Spiel angesäuert.
Vinnhorst nutzte seine spielerische und körperliche Überlegenheit indes aus und gewann am Ende sicher mit 30:18. „Vinnhorst hat natürlich verdient gewonnen, das ist gar keine Frage. Dennoch wird das Ergebnis in der Höhe der Leistung meines Teams nicht gerecht. Jetzt müssen wir hoffen, dass zumindest zwei, drei der Verletzten nächste Woche zurück kehren. Mit dem SC Magdeburg II kommt das nächste absolute Spitzenteam nach Plauen“, blickte Hazl am Ende bereits wieder nach vorn auf das nächste Heimspiel am kommenden Samstag.
Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach; Jusys (2 Tore), Oertel, Wetzel, Skalda (5/ davon 1 Siebenmeter), Märtner (1), Wokan (1), Brykner, Duschek (4), Hertel (1/1), Kolomaznik (2), Rahn (2)
(RM)
(09.10.2021) SV 04 unterliegt SV Anhalt Bernburg
Plauener haben Sieben-Tore-Rückstand aufgeholt und trotzdem verloren
SV 04 Oberlosa unterliegt dem SV Anhalt Bernburg mit 34:36
(Text und Foto: Karsten Repert)

Das war die beste Saisonleistung! 70 Tore fielen in der Kurt-Helbig-Sporthalle. Aber der SV 04 Oberlosa wird nicht vom Glück verfolgt. Und er macht noch zu viele Fehler. In der 3. Bundesliga kassierten die Plauener Handballer beim 34:36 (16:21) gegen den SV Anhalt Bernburg deshalb die sechste Niederlage in Folge. Aber was für eine …
Schon vor dem Spiel steckte der Aufsteiger mit der Gehirnerschütterung von Jan Skalda im Abschlusstraining einen weiteren Rückschlag weg. 53 Sekunden nach dem Anwurf flog Dziugas Jusys nach einem Foulspiel mit Rot vom Feld. Fragwürdig war diese Entscheidung. Und Linus Roth humpelte nach 15 Minuten mit Leistenproblemen vom Feld. So beklagten die Vogtländer schlagartig sieben Ausfälle. Dieser Umstand war ein Grund für den 16:21-Pausenrückstand, aber es war nur die halbe Wahrheit. Denn die Spitzenstädter mussten sich in einem hammerwilden Schlagabtausch selbst vorwerfen, dass man mindestens sieben „Bretter“ vergeben hatte und außerdem noch zwölf erfolgreiche Bernburger Tempogegenstöße zuließ. SV04-Routinier Paul Richter übte Selbstkritik: „Keine Frage, wir haben erst in der zweiten Halbzeit weniger Fehler gemacht als der Gegner. Wenn man gewinnen will, muss die Quote stimmen.“
Nach dem Fünf-Tore-Pausenrückstand bekannte der Bernburger Trainer Martin Ostermann: „Dass Oberlosa bei einer derartigen Ausfallliste in der zweiten Halbzeit wirklich noch zurückkommt, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber habe natürlich meine Leute genau davor gewarnt.“
Doch zunächst konnten die Bernburger ihren Vorsprung sogar noch ausbauen. Mit dem 18:25-Zwischenstand schien die Partie nach 35 Minuten entschieden. Was dann passierte, erklärte Moritz Rahn so: „Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, kannst du dich nur noch nach vorn befreien.“ Der Plauener Linksaußen eröffnete mit dem 19:25 die fulminante Oberlosaer Aufholjagd, die er selbst sechs Minuten vor Schluss mit dem 31:31-Ausgleich krönte. Jetzt glich der Kurt-Helbig-Tempel einem Tollhaus.
Cheftrainer Petr Hazl: „Das Publikum war überragend. Die Fans haben uns unglaublich gepusht!“ Mit seinem Treffer zum 34:34-Ausgleich sorgte Sebastian Duschek für einen Hitchcock-Krimi. Doch konnten die Plauener den nächsten Treffer der Bernburger, die trotz Unterzahl (34:35) zuschlugen, nicht verhindern. Zudem scheiterte Plauens Kreisläufer Jakub Kolomaznik an Keeper Dominik Balin. Den Schlusspunkt eines unglaublich rassigen Handballabends setzten jedoch nicht die Spieler, sondern die Unparteiischen. Sie sorgten wie bereits in der ersten, dann auch in der letzten Spielminute für Verwunderung. Während der Feldschiedsrichter bereits den Rückwärtsgang einlegte, weil alle in der Halle – also auch beide Mannschaften – von einem Torabwurf ausgegangen waren, ertönte von Referee Nummer 2 der Siebenmeterpfiff. Damit wurde den Gastgebern die Chance zum erneuten Ausgleich geraubt. Bernburgs bester Mann Nico Richter verwandelte das „Geschenk“ humorlos zum 34:36-Endstand.
Fazit: Der SV 04 Oberlosa ist in der 3. Bundesliga angekommen, aber eben noch nicht richtig drin, weil an vielen Stellen Kleinigkeiten fehlen. Die Plauener haben aber trotz der Rückschläge einen gewaltigen Sprung gemacht und es ist für viele Zuschauer ein Erlebnis, diese Liga live in Plauen erleben zu dürfen. Nach der besten Saisonleistung rangieren die Vogtländer mit 0:12 Punkten auf dem vorletzten Platz. Kommenden Samstag geht’s zum Staffelkrösus TuS Vinnhorst nach Hannover. Und eine Woche später empfangen die Spitzenstädter mit dem SC Magdeburg II den aktuellen Tabellenzweiten.
Statistik
SV 04 Oberlosa: Vaicekauskas, Flämig, Raupach – Jusys (nach 53 Sekunden Rote Karte), Wetzel, Roth, Trommer-Ernst, Brykner (6 Tore), Richter (2), Duschek (5), Kolomaznik (3), Rahn (4), Kucharik (8/davon 3 Siebenmeter), Naumann (6/1)
Rote Karten: Dziugas Jusys (1. Min, Oberlosa), Niklas Friedrich (Bernburg, 57. Min) beide wegen Foulspiel
Zuschauer: 404 (kare)
(03.10.2021) Hauchdünne Niederlage
Handball 3. Bundesliga / Männer
TSV Hannover-Burgdorf II – SV 04 Oberlosa 17:16
Ein Spiel für Handball-Ästheten war es nicht, was den Zuschauern im Hannoveraner Stadtteil Burgdorf am Sonntag geboten wurde. Viel Kampf, viel Einsatz aber auch viele Fehler auf beiden Seiten kennzeichneten ein Duell, in dem am Ende die Hausherren hauchdünn die Nase vorn hatten.
Es dauerte bis zur 8. Minute, ehe Ladislav Brykner die Spitzenstädter mit 1:0 in Führung brachte. Über weite Strecken der ersten Hälfte standen beide Abwehrreihen äußerst kompakt und beide Torhüter konnten sich mehrfach auszeichnen. Der Bundesligaerfahrene Petar Juric brachte Burgdorf beim 3:2 erstmals in Führung. Oberlosa produzierte im Angriff zu viele Fehler und Fehlwürfe. So setzten sich die Hausherren auf 7:3 ab. Letztlich ging es mit einem 8:4 für die Niedersachsen in die Halbzeitpause. Dass sich Oberlosa trotz nur vier erzielter Treffer noch Hoffnungen auf einen Punktgewinn machen konnte, hatte man einer starken Defensive und einem erneut gut aufgelegten Benas Vaicekauskas zwischen den Pfosten zu verdanken.
Nach dem Wiederanpfiff kam die stärkste Phase der Schwarz-Gelben. Binnen fünf Minuten traf man so häufig wie in der gesamten ersten Hälfte und glich zum 8:8 aus. Über die Stationen 10:10 und 12:12 blieb es eine Partie auf Augenhöhe. „Wir haben es immer wieder geschafft, Burgdorf zu Abschlüssen aus ungünstiger Position zu zwingen. Vorne haben wir es jedoch nicht geschafft, unsere Fehlerquote entscheidend zu reduzieren“, resümierte SV-Trainer Petr Hazl später.
Der starke Nico Cornelius brachte die 04er zwar mit 13:12 in Führung, insgesamt verpassten es die Randplauener jedoch in dieser Phase, noch ein, zwei Tore mehr zwischen sich und die Hausherren zu bringen. Die Bundesliga-Reserve der Hannoveraner nutzte die Unzulänglichkeiten im Angriffsspiel der Gäste aus und zog seinerseits mit 16:13 davon. Mit starker Moral kam Oberlosa erneut zurück. Ivan Kucharik, Ladislav Brykner und Jan Skalda sorgten mit ihren Toren für den 16:16-Ausgleich. Leider verletzte sich in dieser Phase Nico Cornelius vermutlich schwer am Sprunggelenk. Den letzten Treffer der Partie setzte dann der Gastgeber zum 17:16-Endstand und die Spitzenstädter gingen mit hängenden Köpfen in die Kabine.
„17 Gegentore auswärts bei einer so schnellen Mannschaft sind sehr sehr gut. Mit 16 geworfenen Toren können wir natürlich nicht zufrieden sein, das ist zu wenig. Jetzt müssen wir hoffen, dass es Nico Cornelius nicht allzu schwer erwischt hat. Wir waren jetzt zwei Mal in Schlagdistanz und haben jeweils knapp verloren. Kommende Woche im Heimspiel sind wir dran“, richtete Hazl trotz aller Enttäuschung kurz nach dem Abpfiff den Blick bereits wieder nach vorn auf das Duell am kommenden Samstag gegen den SV Anhalt Bernburg.
Oberlosa: Vaicekauskas, Flämig, Raupach; Jusys (1 Tor), Wetzel, Cornelius (5), Roth, Skalda (1), Brykner (3), Richter, Duschek (2), Kolomaznik (1), Kucharik (3), Naumann
(RM)
Es fehlen nur sieben Minuten bis zum Sieg
Handball 3. Bundesliga / Männer
Es fehlen nur sieben Minuten bis zum Sieg
SV 04 Oberlosa – HSV Hannover 23:25
SV 04 Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach, Flämig – Jusys (35. Rote Karte), Wetzel (2 Tore), Cornelius, Roth (3), Skalda, Trommer-Ernst, Brykner (3), Richter, Duschek (1), Hertel, Kolomaznik (2), Kucharik (10/davon 4 Siebenmeter), Naumann (2/1)
Rote Karte: Robin Müller (Hannover, 8. Minute), Dziugas Jusys (36., Oberlosa) – beide wegen Foulspiel
Zuschauer: 314
(19.09.2021) Oberlosa scheitert an sich selbst
Handball 3. Bundesliga Männer
SC DHfK Leipzig II – SV 04 Oberlosa 32:26
Handball-Drittligist SV 04 Oberlosa bleibt auch nach dem 3. Spieltag ohne Punkte. Die Spitzenstädter unterlagen am Sonntag bei der U23 des Bundesligisten SC DHfK Leipzig mit 26:32.
Wie bereits in der Vorwoche startete Oberlosa perfekt und führte schnell mit 3:0. Viel zu schnell gab man diesen Vorsprung aus der Hand, technische Fehler und Fehlpässe luden die schnellen Leipziger zum kontern ein und nach fünf Minuten führte Leipzig mit 4:3. Trotz einer weiterhin zu hohen Fehlerquote blieb Oberlosa in Schlagdistanz und nach einem Viertel der Spielzeit hieß es 7:9 aus Sicht der Randplauener. In der Folge kam SC-Keeper Michael Hoppe immer besser in die Partie. Die 04er scheiterten häufig am Schlussmann der Messestädter und dessen Vorderleute bauten den Vorsprung auf 15:9 aus.
Es folgte eine starke Phase der Spitzenstädter und die Mannschaft um Trainer Petr Hazl pirschte sich mit vier Toren in Folge wieder auf 15:13 heran. Schließlich ging es mit einem 17:14 aus Sicht der Leipziger in die Halbzeitpause.
„Wir haben in der ersten Hälfte zu viele Fehler gemacht. Leipzig hat von unseren Fehlern profitiert, genau das wollten wir vermeiden“, analysierte Hazl nach der Partie.
Mit Beginn der zweiten Hälfte erwischten diesmal die Hausherren den besseren Start und legten zum 20:15 vor. Erneut verkürzte Oberlosa den Abstand auf 22:19, ließ dann jedoch weitere klare Einwurfchancen aus. Die Fülle an Fehlwürfen auf Seiten der Gäste nutzten die jungen Messestädter konsequent aus. Beim 29:23 etwa acht Minuten vor Ultimo war die Partie praktisch entschieden.
„Wir brauchen deutlich mehr Konsequenz im Abschluss. Wieder haben wir viel zu viele klare Torchancen ausgelassen um hier etwas mitnehmen zu können. Insgesamt war unser Spiel zu fehlerbehaftet und Fehler werden in dieser Liga deutlich härter bestraft. Insbesondere gegen so junge Teams wie heute Leipzig, brauchen wir mehr Geduld im Spiel. Das war zu hektisch“, zeigte sich Trainer Petr Hazl nach dem Spiel enttäuscht.
Am kommenden Samstag empfangen die 04er den HSV Hannover in der Plauener Kurt-Helbig-Sporthalle und wollen dann endlich den ersten Sieg einfahren.
Leipzig: Hoppe, Seidemann; Bones (1 Tor), F.Leun (2), Sajenev, Peter, J.Leun, Gansau (7), Saleh (4), Hönicke (2), Mahlitz, Uhlig (3), Häcker (2), Seifert, Hanemann (3), Schwock (8/ davon 3 Siebenmeter)
Oberlosa: Vaicekauskas, Flämig; Jusys (1), Wetzel (1), Cornelius (3), Roth (4), Skalda (5), Brykner (1), Richter, Duschek (1), Hertel (1), Kolomaznik (2), Kucharik (5/ davon 2 Siebenmeter), Naumann (2)
(RM)
(12.09.2021) Oberlosa ohne Chance
Handball 3. Bundesliga / Männer
Oberlosa ohne Chance
Eintracht Hildesheim – SV 04 Oberlosa 32:18
Beim Top-Favoriten HC Eintracht Hildesheim waren die Drittliga-Handballer vom SV 04 Oberlosa wie erwartet chancenlos. Vor 850 Zuschauern unterlagen die Spitzenstädter am Sonntagabend klar mit 18:32.
SV-Coach Petr Hazl musste in Hildesheim auf Moritz Rahn, Ladislav Brykner und Philip Trommer-Ernst verzichten, sein Gegenüber Jürgen Bätjer konnte nicht auf Jakub Tonar zurück greifen.
Oberlosa startete perfekt in die Partie. Der wieder genesene Ivo Kucharik setzte zwei Mal Jakub Kolomaznik in Szene und die Randplauener führten mit 2:0. Dann jedoch kam die Eintracht-Maschinerie in Schwung. Angeführt vom überragenden Keeper Konstantin Madert und dem Champions-League erfahrenen Marko Matic setzte der Gastgeber die Randplauener enorm unter Druck. Beim 4:3 ging die Eintracht das erste Mal in Führung. Oberlosa stemmte sich mit ganz viel Willen gegen die spielerische und körperliche Übermacht der Niedersachsen und hielt das Spiel bis zum 7:6 absolut offen. Dann folgte der erste 4:0-Lauf der Hildesheimer zum 11:6. Auch eine Auszeit von SV-Trainer Petr Hazl konnte den Lauf der Gastgeber nicht stoppen.
„Wir haben in der ersten Hälfte ein gutes Spiel gemacht. Allerdings lassen wir vier, fünf hundertprozentige Chancen weg, ansonsten hätten wir das bis zur Pause deutlich enger gestalten können“, analysierte Hazl später.
Immer wieder war Einracht-Neuzugang Madert im Tor der Niedersachsen Endstation. Bis zur Pause setzte sich Hildesheim so auf 17:10 ab. Nach dem Seitenwechsel spielten die abgezockten Hausherren weiter ihren Stiefel herunter. Oberlosa gab sich in keiner Phase der Partie auf, konnte dem Aufstiegs-Favoriten jedoch nicht mehr Paroli bieten. Beim 21:11 führten die Bätjer-Schützlinge erstmals mit zehn Toren Differenz. Diesen Abstand hielten die 04er bis zum 26:16 konstant, am Ende packten die Hausherren noch einmal etwas drauf und gewannen klar mit 32:18.
Stimmen zum Spiel
Petr Hazl (Trainer Oberlosa): „Glückwunsch an Hildesheim zum klar verdienten Sieg. Das war heute ein Klassenunterschied, da brauchen wir nicht drum herum reden. Wir sind Aufsteiger, müssen in jedem Spiel dazu lernen. Dass es für uns hier nichts zu holen gibt, war zu erwarten. Wir müssen uns auf die Spiele fokussieren, in denen wir auf Augenhöhe sind“.
Jürgen Bätjer (Trainer Hildesheim): „Nach einigen Startschwierigkeiten hat das meine Mannschaft souverän gelöst. Das war eine richtig gute Leistung. Aus einer kompakten Abwehr mit einem starken Konstantin Madert im Tor haben wir gut kombiniert und auch in der Höhe verdient gewonnen“.
Hildesheim: Madert, Krka; Sario Viciano (1 Tor), Kress (1), Schieb, Matic (2), Richardt (4), Gruszka (5), Schmiedt (3), Tzoufras (3), Behnke (4), von Herrmanni (3/ davon 2 Siebenmeter), Schade (2), Winkler (3), Grimuta (1)
Oberlosa: Vaicekauskas, Flämig; Jusys, Wetzel (1), Cornelius (1), Roth, Skalda (1), Wokan (1), Richter (1), Duschek (1), Hertel (2), Kolomaznik (3), Kucharik (5/1), Naumann (2)
(RM)















